Drohnen-Todeszone: Putins Armee verliert in der Ukraine an Boden
Russlands Vormarsch gerät ins Stocken, Experten sprechen gar von einem Wendepunkt. Putins Armee fehlt es zwar an Tempo – der Ukraine jedoch weiter an Soldaten.

Das Wichtigste in Kürze
- Im April verlor Russland mehrere Quadratkilometer an Boden – ein Wendepunkt?
- Seit Herbst bremsen Schlamm, Starlink-Probleme und Kommunikation Russlands Vormarsch.
- Ukrainische Drohnen stoppen Angriffe, doch Soldatenmangel bleibt ein Problem.
Die Lage im Ukraine-Krieg hat an medialer Präsenz abgenommen – beinahe unbemerkt ändert sich gerade ihre Richtung: Russland verliert massiv an Boden.
Laut dem US-Institut für Kriegsstudien (ISW) büsste Putins Armee im April die Kontrolle über 116 Quadratkilometer Territorium ein.
Der österreichische Historiker und Offizier des Bundesheeres, Markus Reisner, sprach gegenüber dem deutschen Nachrichtensender «NTV» sogar von einem Wendepunkt.
Ukraine hat eine «Formel gefunden»
«Die Ukraine hat eine Formel gefunden, wie sie den Vormarsch der Russen unterbinden kann», sagte er. In Militärkreisen sei bereits von einem «zweiten ukrainischen Wunder» die Rede.
Das ISW beobachtet seit November vergangenen Jahres einen klaren Rückgang der russischen Geländegewinne.
Dafür gibt es mehrere Gründe, unter anderem die Blockade von ukrainischen Starlink-Terminals. Starlink ist ein Satelliten-Internetdienst, den beide Seiten zur militärischen Koordination nutzen.
Ein weiterer Faktor ist die Sperrung von Telegram durch den Kreml, was Kommunikationsprobleme in den russischen Einheiten befeuert.
Schlamm bremst Russlands Panzer aus
Hinzu kommt ein natürliches Hindernis, das Russland alle Frühjahre wieder ausbremst: Die Schlammperiode «Rasputitsa» im März und April macht Panzer und andere Kettenfahrzeuge unbeweglich.
Sie versinken im aufgeweichten Untergrund und bringen Truppen, die auf Fahrzeuge angewiesen sind, zum Stillstand.
Mit trockeneren Böden im Mai und Juni dürfte Russland wieder leichter vorankommen.
Doch selbst dann steht den russischen Truppen eine weitere Bedrohung bevor: Die allgegenwärtigen und wirkungsvollen ukrainischen Drohnen.
Drohnen errichten eine tödliche Sperrzone
Laut Experte Reisner hat die Ukraine durch den gezielten Drohneneinsatz eine 50 Kilometer breite «Todeszone» entlang der Front geschaffen. In dieser Zone könnten russische Einheiten kaum noch vorrücken, ohne entdeckt und beschossen zu werden.
Gleichzeitig verschiebt sich die Kampf-Konzentration – vor allem in die ostukrainische Stadt Kostjantyniwka.
Reisner prognostiziert bei «NTV»: «Von dieser Stadt werden wir in den nächsten Wochen und Monaten noch sehr viel hören.»
Den Verteidigungsring der Stadt zu durchbrechen, ist ein zentrales Ziel der russischen Armee. Laut Reisner haben russische Kräfte bereits ein Viertel der Stadt eingenommen.
Ukraine hält stand – aber Probleme bleiben
Trotz der Entwicklungen warnt Reisner vor übertriebener Zuversicht.
Auf ukrainischer Seite gibt es weiterhin ernsthafte Herausforderungen – etwa Der Mangel an ukrainischen Soldaten für den Fronteinsatz.





















