Die schweizerisch-belarussische Doppelbürgerin Natallia Hersche wurde in Belarus in ein anderes Gefängnis verlegt. Dieses soll noch härtere Bedingungen haben.
Belarus
Die Doppelbürgerin Natallia Hersche wurde in Belarus in ein anderes Gefängnis verlegt. Sie wurde bei einer Demonstration gegen das Regime von Alexander Lukaschenko verhaftet. - POOL/AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Doppelbürgerin Natallia Hersche wurde in Belarus in ein anderes Gefängnis verlegt.
  • Sie wurde bei einer Demonstration gegen das Regime von Alexander Lukaschenko verhaftet.
  • Im neuen Gefängnis sollen noch härtere Bedingungen gelten.

Die schweizerisch-belarussische Doppelbürgerin Natallia Hersche ist in Belarus in ein anderes Gefängnis verlegt worden. Die Schweizer Botschaft in Minsk hat nach Angaben des Aussendepartements EDA einen Besuch vorgesehen.

«Das EDA hat Kenntnis davon, dass Frau Hersche von Gomel in das Gefängnis Nr. 4 in Mogiljow verlegt worden ist.» Dies teilte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. Zuerst berichtete das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) darüber.

Besuch ist vorgesehen

Die Schweizer Botschaft in Minsk unterstütze Hersche weiterhin im Rahmen des konsularischen Schutzes, schrieb das EDA. Ein Besuch in Mogiljow sei vorgesehen. Bei diesem Besuch sollen gemäss EDA auch die Haftbedingungen überprüft werden. Hersche sei seit ihrer Verhaftung elfmal besucht worden, das letzte Mal im Juli.

Die Doppelbürgerin ist seit einem Jahr in Belarus in Haft. Sie hatte am 19. September 2020 in Minsk an einer Demonstration gegen das Regime des Machthabers Alexander Lukaschenko teilgenommen und wurde dabei verhaftet.

Nach Angaben von Schweizer Menschenrechtsorganisationen wurde sie «in einem unfairen Schauprozess» im Dezember 2020 zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Diese soll sich auf zwei Jahre und sechs Monate belaufen.

Härtere Haftbedingungen in neuem Gefängnis

Laut SRF verurteilte ein Gericht die 51-jährige Hersche am vergangenen Freitag zur Verlegung in das Gefängnis in Mogiljow. Dieses ist für noch härtere Haftbedingungen berüchtigt. SRF beruft sich dabei auf Angaben eines ehemaligen Insassen des Gefängnisses in Mogiljow. Nach seiner Freilassung berichtete er, dass er während seiner Haft nur während drei Monaten im Jahr Sonne gesehen habe.

Unter Berufung auf Hersches Bruder Gennadi Kasjan berichtete SRF, Hersches Anwalt sei am Freitag vor Gericht nicht anwesend gewesen. Die Gründe für die Verurteilung und ob der Entscheid angefochten werden könne, seien unklar.

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