Im Ringen um mehr Unabhängigkeit von russischem Gas hat die deutsche Bundesregierung eine Energiepartnerschaft mit Katar geschlossen.
dpatopbilder - Der Staatsminister für Energie in Katar, Saad Sherida Al-Kaabi (l), steht neben dem deutschen Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, Robert Habeck, bei der Unterzeichnung einer katarisch-deutschen Energiepartnerschaft. Die beiden Staaten haben am Freitag die Zusammenarbeit besiegelt. Foto: Michael Kappeler/dpa
dpatopbilder - Der Staatsminister für Energie in Katar, Saad Sherida Al-Kaabi (l), steht neben dem deutschen Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, Robert Habeck, bei der Unterzeichnung einer katarisch-deutschen Energiepartnerschaft. Die beiden Staaten haben am Freitag die Zusammenarbeit besiegelt. Foto: Michael Kappeler/dpa - sda - Keystone/dpa/Michael Kappeler

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Emir von Katar, Scheich Tamim Al Thani, und Wirtschaftsminister Robert Habeck unterzeichneten bei einem Staatsbesuch eine Absichtserklärung für eine tiefere Zusammenarbeit, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Freitag in Berlin mitteilte.

Die Energiepartnerschaft werde Deutschland durch den Bezug von Flüssiggas-Importen (LNG) aus Katar bei der Diversifizierung seiner Gasversorgung helfen und zugleich der Zusammenarbeit bei «grünem Wasserstoff» einen Schub verleihen.

Deutschland will sich wegen des Kriegs in der Ukraine von russischem Gas unabhängig machen und setzt dabei auf Lieferungen von Flüssiggas (LNG). Habeck hatte deshalb bereits im März Katar besucht.

Die deutsch-katarische Energiepartnerschaft solle den «hochrangigen Austausch» beider Regierungen zu energiebezogenen Themen fördern, Brücken zwischen beiden Ländern bauen und Akteure aus öffentlichem und privatem Sektor zusammenbringen, hiess es. Vorgesehen seien regelmässige Treffen zwischen dem katarischen Energieministerium und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz.

Das Wirtschaftsministerium kündigte zwei Arbeitsgruppen an. Die Arbeitsgruppe LNG und Wasserstoff werde die Handelsbeziehungen in dem Bereich fördern und ein Diskussionsforum zu Fragen der Infrastruktur und regulatorischen Massnahmen schaffen. Die Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Lastmanagement werde sich ferner mit dem Ausbau von Kapazitäten bei erneuerbaren Energien sowie verbundenen Themen wie Infrastruktur und Strommärkte befassen. Auch Klimaschutz solle eine Rolle spielen: Das Gremium solle den Dialog zu Energieeffizienzlösungen voranbringen, «welche zur Dekarbonisierung der Sektoren Gebäude, Verkehr und Industrie beitragen können».