Für die Corona-Impfungen gibt es nach Angaben des deutschen Gesundheitsministeriums inzwischen ausreichend Impfstoff, um allen Interessierten «unmittelbar» ein Impfangebot machen zu können.
Impfstoff Coronavirus
Eine Fachärztin für Allgemeinmedizin impft in ihrer Praxis eine Patientin gegen das Coronavirus. (Symbolbild) - dpa
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Das Wichtigste in Kürze

  • «Das zu Beginn der Impfkampagne ausgegebene Ziel, jeder impfwilligen Person bis Ende des Sommers ein Angebot einer Erstimpfung zu machen, wurde also bereits zu Anfang des Sommers und damit deutlich früher erreicht – und somit übererfüllt», heisst es in einem Bericht, mit dem Gesundheitsminister Jens Spahn am Montag den Gesundheitsausschuss des Bundestags und seine Länder-Kollegen über den Stand informierte.

Die wieder steigenden Corona-Infektionszahlen in Deutschland haben die schon seit längerem geführte Debatte um mehr Einschränkungen für Ungeimpfte über das Wochenende neu entfacht. Die Politik hatte solche Überlegungen stets an die Bedingung geknüpft, dass zunächst allen Menschen ein Impfangebot vorliegen müsse. Die Impfkampagne in Deutschland und anderen EU-Ländern war zu Jahresbeginn und bis ins Frühjahr hinein wegen des Mangels an Impfdosen eher schleppend verlaufen.

«Jetzt ist es von besonderer Bedeutung, die Bürgerinnen und Bürger mit dem Angebot zu erreichen, die sich bisher noch nicht für eine Impfung entschieden haben», heisst es in dem Bericht weiter. Dafür seien konkrete niedrigschwellige Angebote vor Ort besonders wichtig. «Es besteht weniger ein Mangel an Information als mehr ein Mangel an Gelegenheit.» Für das noch bis Ende September laufende dritte Quartal werden demnach insgesamt mehr als 100 Millionen Impfdosen erwartet.

Da die Verfügbarkeit an Impfstoffen die Nachfrage bereits deutlich übersteige, soll die Verteilung umgestellt werden. Ab Mitte August will der Staat verfügbare Mengen nicht mehr «vollumfänglich», sondern «ausschliesslich nach dem jeweils angeforderten Bedarf» ausliefern.

Die deutsche Regierung betreibt demnach auch Vorsorge für den Herbst und die Jahre 2022 und 2023 - etwa für mögliche Auffrischungsimpfungen, Impfungen von Kindern unter zwölf Jahren sowie Impfungen zum Schutz vor möglichen weiteren Virusvarianten. Dazu solle die gemeinsame Beschaffung über die Europäische Union fortgesetzt werden. Zur Risikostreuung soll weiterhin auf verschiedene Herstellern gesetzt werden. Geplant ist, für 2022 insgesamt 204 Millionen Impfdosen für Deutschland zu sichern.

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