Ermittler in Nordrhein-Westfalen haben ein Pädophilen-Netz aufgedeckt und bundesweit elf Verdächtigte festgenommen.
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Das Bezirksgericht Horgen hat einen 63-jährigen Pädophilen zu einer ordentlichen Verwahrung verurteilt. - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • In Nordrhein-Westfalen wurde ein Pädophilen-Netz aufgedeckt.
  • Bundesweit konnten elf Verdächtige verhaftet werden.
  • Drei Kinder wurden bisher als Opfer des Netzes identifiziert.

Schwerer Missbrauch kleiner Kinder, Täter in mehreren Bundesländern und grosse Mengen technisch verschlüsselter Videoaufnahmen: Ermittler in Nordrhein-Westfalen haben ein Pädophilen-Netz aufgedeckt und bundesweit elf Verdächtigte festgenommen. Sieben der Beschuldigten befinden sich in Untersuchungshaft. Bisher sind drei Kinder als Opfer identifiziert worden.

Taten mit professioneller Ausrüstung gefilmt

Die Jungen sind nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft fünf, zehn und zwölf Jahre alt. Sie sollen teilweise stundenlang von mehreren Männern sexuell missbraucht worden sein. In einem Fall soll dies der eigene Vater, in einem anderen der Lebensgefährten der Mutter getan haben.

Der Hauptbeschuldigte ist ein 27-jähriger IT-Techniker aus Münster. Ermittler fanden hochprofessionelle technische Ausstattung zur Videoaufzeichnung. Sie stellten mehr als 500 Terabyte versiert verschlüsselten Materials sicher.

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Den Beamten in Nordrhein-Westfalen gelang es, ein Pädophilen-Netzwerk aufzudecken. - Keystone

Nach ersten Auswertungen gehen Polizei und Staatsanwaltschaft davon aus, dass nur ein kleiner Teil der mutmasslichen Verbrechen bekannt ist. Viele der Daten müssen noch entschlüsselt werden.

Am Sonntag wurde bekannt: Die Mutter des Verdächtigen soll bis zu ihrer Festnahme als Erzieherin gearbeitet haben. «Die Leitung der Kita wurde von uns informiert», sagte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt der Deutschen Presse-Agentur.

Derzeit gebe es aber keine Hinweise auf Taten der 45-Jährigen im Kindergarten. Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) hatte zuvor über den Arbeitsplatz der Frau berichtet. Ihre Gartenlaube in Münster gilt derzeit als Haupttatort.

Kriminalbeamte gelangten an ihre Grenzen

Das bisherige Ermittlungsergebnis nach rund dreieinhalb Wochen sei wohl nur die Spitze des Eisbergs. Dies sagten am Samstag übereinstimmend der Leiter der Ermittlungen, Joachim Poll, und Oberstaatsanwalt Botzenhardt. Die Ermittler hätten «unfassbare» Bilder sehen müssen, so Poll. Münsters Polizeipräsident Rainer Furth sagte: «Selbst die erfahrensten Kriminalbeamten sind an die Grenzen des menschlich Erträglichen gestossen und weit darüber hinaus.»

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In dieser Gartenlaube sollen die Männer die Kinder missbraucht haben. - Keystone

In der Gartenlaube in Münster sollen vier Männer stundenlang einen fünf- und einen zehnjährigen Jungen vergewaltigt haben. Die Taten wurden teilweise gefilmt. Der 27-jährige Hauptverdächtige soll dazu den Männern den zehnjährigen Sohn seiner Lebensgefährtin überlassen haben.

Mutter des Hauptverdächtigen trägt Mitschuld

Das zweite Opfer war den Angaben zufolge der Sohn eines 30 Jahre alten Beschuldigten aus Staufenberg (Hessen). Die Kinder sollen vor den Taten betäubt worden sein. Bilder und Videos der Taten bot der Hauptverdächtige im Darknet an.

Bei den weiteren Beschuldigten handelt es sich um Männer aus Hannover (35 Jahre alt) und Schorfheide in Brandenburg (42). Andere stammen aus Kassel (43) und Köln (41) und dazu gehört auch die 45 Jahre alte Mutter des Hauptverdächtigen. Sie ist demnach Nutzerin der Gartenlaube im Stadtteil Kinderhaus. Sie soll ihrem Sohn die Schlüssel überlassen und den sexuellen Missbrauch der Kinder in Kauf genommen haben.

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