Datenleck enthüllt Schwächen bei Geldwäsche-Bekämpfung

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    Deutschland,

    Seit Jahren weisen Experten auf Lücken im weltweiten Anti-Geld-Wäsche-Kampf hin.

    Banken aus aller Welt sollen über Jahre hinweg Geschäfte mit hochriskanten Kunden abgewickelt und trotz strenger Regularien für diese Überweisungen in Milliardenhöhe ausgeführt haben. Foto: Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa
    Banken aus aller Welt sollen über Jahre hinweg Geschäfte mit hochriskanten Kunden abgewickelt und trotz strenger Regularien für diese Überweisungen in Milliardenhöhe ausgeführt haben. Foto: Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ein internationales Journalisten-Netzwerk zeigt Defizite in der Geldwäsche-Bekämpfung auf.
    • Banken hätten weltweit über Jahre hinweg Geschäfte mit hochriskanten Kunden abgewickelt.
    • Die Recherche wurde von 110 Medien aus 88 Ländern durchgeführt.

    Im Kampf gegen internationale Geldwäsche gibt es nach Recherchen eines internationalen Journalisten-Netzwerks nach wie vor erhebliche Defizite.

    Demnach offenbaren die am Sonntagabend bekannt gemachten Informationen aus einem Datenleck des US-Finanzministeriums, wonach Banken aus aller Welt über Jahre hinweg Geschäfte mit hochriskanten Kunden abgewickelt und trotz strenger Regularien mutmassliche Kriminelle als Kunden akzeptiert und für diese Überweisungen in Milliardenhöhe ausgeführt hätten.

    Gemeldet haben sie diese Vorgänge den Angaben zufolge mitunter nur sehr zögerlich und zum Teil mit jahrelanger Verspätung.

    Recherche von 110 Medien aus 88 Ländern

    Dies sei das Ergebnis einer gemeinsamen Recherche mehrerer Medien-Partner, die unter dem Namen «FinCEN-Files» veröffentlicht wurde. Das US-Onlinemedium Buzzfeed News habe die Unterlagen mit dem Journalisten-Netzwerk ICIJ (International Consortium of Investigative Journalists) geteilt und so eine Recherche von 110 Medien aus 88 Ländern ermöglicht.

    Bankenskyline in Frankfurt am Main
    Bankenskyline in Frankfurt am Main - dpa/dpa/picture-alliance

    An der Recherche haben sich den Angaben zufolge 110 Medien aus 88 Ländern beteiligt, darunter in Deutschland NDR, WDR, «Süddeutsche Zeitung» und Buzzfeed News. Insgesamt handelt es sich nach Angaben der beteiligten Medien bei den «FinCEN-Files» um mehr als 2100 Geldwäsche-Verdachtsmeldungen aus den Jahren 2000 bis 2017. Die Gesamtsumme der Transaktionen liege bei etwa zwei Billionen US-Dollar (aktuell 1,69 Billionen Euro).

    Zentrale Rolle des US-Finanzsystems

    Das Netzwerk Steuergerechtigkeit, das seit Jahren Missstände im Kampf gegen internationale Geldwäsche aufzeigt, zeigte sich wenig überrascht über die offengelegten Defizite. Das Datenleck gebe aber «einen erschütternden Einblick in die zentrale Rolle des US-Finanzsystems als Maschinenraum globaler Geldwäsche», sagte Markus Meinzer von dem Netzwerk der Deutschen Presse-Agentur.

    Geldscheine an der Wäscheleine
    Geldscheine an der Wäscheleine - dpa/dpa/picture-alliance/Archiv

    Die USA belegten auf dem Schattenfinanzindex den unrühmlichen zweiten Platz nach den Cayman Islands. «Um sich zu verbessern, müssten die USA endlich zum steuerlichen Datenaustausch mit dem Rest der Welt übergehen. Darauf muss Europa und Deutschland nachdrücklich bestehen.»

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