«Darm mit Charme»-Autorin Giulia Enders hat mit ihrem internationalen Bucherfolg das Tabuthema «Toilettengang» nicht nur salonfähiger gemacht - sie hat auch vielerorts Klogeschichten gehört. In einigen Ländern sei der Umgang mit der Thematik teilweise angespannter, sagte die gebürtige Mannheimerin der Deutschen Presse-Agentur.
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Eine moderne Toilette mit Wasserspülung. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • So etwa in Portugal oder Spanien: «Dort hat mir sogar eine Journalistin erzählt, dass sie sich nie in der Toilette umguckt, was sie so produziert hat.

Ihre Mutter hatte ihr einmal beigebracht, dass man das nicht tue.«

In Nordeuropa sei die Debatte dagegen oft erstaunlich offen gewesen. «Ein finnischer Leser zeigte mir das Foto seines Plumpsklos - er wollte wissen, ob der Winkel des Hockers davor stimmte. Tatsächlich haben wir es dann Pi mal Daumen nachgestellt und ausgemessen. Das war sehr lustig.» Die 31-Jährige hat mit ihrem Darm-Vortrag unter anderem den Freiburger Science Slam und den Karlsruher Wettbewerb gewonnen.

In ihrem vor bald acht Jahren erschienenen Buch, das seit Erscheinen auch auf den Schweizer Sachbuch-Bestsellerlisten steht, gibt Enders neben vielen wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen auch Tipps für Toilettentechniken. Darin heisst es zur optimalen Sitzhaltung: «Der Oberkörper wird leicht nach vorne gebeugt, und die Füsse werden auf einen kleinen Hocker gestellt.»

Von dem in 40 Sprachen übersetzten Buch wurden nach Angaben der Ullstein-Buchverlage weltweit 6,6 Millionen Exemplare verkauft, allein in Deutschland knapp mehr als 3 Millionen.

Zurzeit ist im Wissenschaftsmuseum Experimenta in Heilbronn die Ausstellung «Darm mit Charme - dem Ausnahmeorgan auf der Spur» zu sehen, deren Produktion Giulia Enders und ihre Schwester Jill begleiteten.

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