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Arzt in Frankreich wegen Missbrauchs in 300 Fällen im Visier der Justiz

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Frankreich,

Ein Arzt in Frankreich ist wegen mehr als 300 Fällen von Vergewaltigung und sexuellem Missbrauch von Minderjährigen ins Visier der Justiz geraten.

Eine Gerichtszeichnung des Ex-Chirurgen (Mitte)
Eine Gerichtszeichnung des Ex-Chirurgen (Mitte) - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Prozess wegen vier erster Fälle nach Corona-Pause fortgeführt.

Am Montag wurde in der westfranzösischen Stadt Saintes ein Prozess wegen vier erster Fälle gegen den früheren Chirurgen Joël Le S. wieder aufgenommen; er war im März wegen der Corona-Pandemie unterbrochen worden.

In dem ersten Verfahren gegen den 69-jährigen Arzt geht es um die Vergewaltigung und den Missbrauch von vier Mädchen, von denen zwei zu Tatbeginn erst vier und sechs Jahre alt waren. Zwei weitere Opfer waren seine Nichten.

Der pensionierte Chirurg hat zwar die unsittliche Berührung der Mädchen gestanden, bestreitet aber den Vorwurf der Vergewaltigung, für den ihm 20 Jahre Haft drohen. Das Urteil gegen den Angeklagten wird am Donnerstag zu seinem 70. Geburtstag erwartet.

Der Prozess vor einem Schwurgericht ist nur die Spitze des Eisbergs: Die Justiz beschuldigt den früheren Chirurgen inzwischen sexueller Übergriffe gegen 312 überwiegend minderjährige Mädchen und Jungen. Die Opfer waren im Schnitt elf Jahre alt, die Fälle umfassen den Zeitraum zwischen 1986 und 2014.

Der Staatsanwalt der bretonischen Stadt Lorient, Stéphane Kellenberger, hatte von einer «beispiellosen» Affäre mit «ekelerregenden» Details gesprochen. Der Arzt vergewaltigte demnach viele seiner Opfer im betäubten Zustand und machte sich dazu im Computer ausführliche Notizen. Die Details seiner Schilderungen seien «nur schwer auszuhalten», sagte der Staatsanwalt. Experten beschreiben den Mann als «manipulativ» und ohne jedes Mitgefühl für die Opfer.

Der frühere Chirurg sitzt seit Mai 2017 in Untersuchungshaft. Er praktizierte im Laufe seines Berufslebens an verschiedenen Kliniken im Westen Frankreichs, vor allem in der Bretagne. Ein kleiner Teil der Taten ist laut Staatsanwaltschaft bereits verjährt.

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