Mette-Marit – Arzt: «Jeder achte Patient schafft erstes Jahr nicht»
Die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit wartet auf eine Lungentransplantation. Ihr Arzt erklärt, wieso auch diese nicht risikofrei ist.

Das Wichtigste in Kürze
- Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit wartet auf eine Lungentransplantation.
- Ihr Arzt erklärt: Jede achte Person überlebt das erste Jahr danach nicht.
- Auf Norwegens Warteliste befinden sich derzeit acht Personen.
Die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit (52) steht auf einer Warteliste für eine Lungentransplantation. Das teilte der Hof in Oslo am Freitag mit.
Der Gesundheitszustand der Ehefrau von Kronprinz Haakon (52) sei ernst, so Are Holm, Chefarzt und Lungenspezialist der Klinik Rikshospitalet. Grund ist eine Lungenfibrose, bei der sich gesundes Lungengewebe zunehmend vernarbt und die Atmung erschwert.
Keine Sonderbehandlung für Kronprinzessin
Auf der Warteliste für eine neue Lunge stehen in Norwegen – inklusive der Kronprinzessin – aktuell acht Personen. Eine Sonderbehandlung kriegt die 52-Jährige nicht, zitiert «Bild» Oberarzt Are Holm. Man nenne es zwar Warteschlange, aber es gebe keine Nummern.
«Wenn ein Organ kommt, hat es eine bestimmte Grösse und eine bestimmte Blutgruppe. Dann schauen wir auf die Liste und sehen, wer für dieses Organ geeignet ist. Von denen, zu denen es passt, wählen wir denjenigen, der noch am wenigsten Zeit hat», erklärt der Arzt.
Klar ist schon jetzt: Die Lebenserwartung bei Mette-Marit ist sehr gering, sonst würde sie nicht auf der Liste stehen. Der Kronprinzessin soll aktuell maximal ein Jahr bleiben. Komme man auf die Liste, bedeute es aber auch, «dass man fit genug für eine Operation ist».

Mette-Marits Zustand wurde im letzten halben Jahr deutlich schlechter. «Wir sehen, dass sich im vergangenen Jahr wesentlich mehr Narbengewebe in der Lunge gebildet hat. Auch die Lungenfunktionstests zeigen, dass sich ihre Werte allein in den letzten drei Monaten erheblich verschlechtert haben. Das ist gefährlich», sagt der Arzt.
«Jeder achte Patient schafft erstes Jahr nicht»
Kann bei der Kronprinzessin eine Lungentransplantation durchgeführt werden, wäre es ein grosser Schritt.
Eine neue Lunge birgt aber auch Risiken für die Betroffenen. Arzt Are Holm sagt: «Tatsächlich schafft jeder achte Patient das erste Jahr nicht.» Zehn Jahre danach lebten laut norwegischen Daten noch etwa die Hälfte der Patienten.
Trotzdem: «Das mag zunächst düster erscheinen, aber man muss bedenken, dass die Alternative mit einer sehr geringen Lebenserwartung verbunden ist. Ebenso wichtig ist, dass viele derjenigen, die die Transplantation überleben, ein gutes Leben führen. Das Ziel einer Lungentransplantation ist ein gutes Leben.»

Kronprinzessin Mette-Marit darf Norwegen nun vorerst nicht verlassen, da sie erreichbar sein muss. Sie müsse «Infektionen melden, damit wir wissen, ob im Moment eine Transplantation möglich ist», sagt der Arzt. Die Kronprinzessin müsse sich auch innerhalb ihrer Möglichkeiten fit halten.













