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    Bulgarische Regierung durch Misstrauensvotum gestürzt

    Keystone-SDA
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    Bulgarien,

    Das bulgarische Parlament hat die Regierung um Kiril Petkow per Misstrauensvotum entmachtet. Dieser soll nun erneut eine neue Regierung bilden.

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    Bulgariens Ministerpräsident verlässt das Parlament nach dem Misstrauensvotum. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Bulgariens Regierung unter Kiril Petkow wurde durch ein Misstrauensvotum gestürzt.
    • Für den Antrag der Oppositionspartei GERB stimmten 124 Abgeordnete, 115 dagegen.
    • Petkow erhält nach Verfassung erneut den Auftrag zur Regierungsbildung.

    In Bulgarien ist die prowestliche Regierung von Ministerpräsident Kiril Petkow nach nur einem halben Jahr durch ein Misstrauensvotum gestürzt worden. Im Parlament von Sofia stimmte eine Mehrheit von 124 Abgeordneten für den entsprechenden Antrag der bürgerlichen Oppositionspartei GERB.

    Petkow wurde nur noch von 115 Abgeordneten unterstützt. Seine liberal-sozialistische Koalition hatte nach dem Rückzug einer populistischen Partei bereits vor zwei Wochen die absolute Mehrheit im Parlament verloren. Möglicherweise kommt es nun zu Neuwahlen. Petkows Regierung war erst seit Dezember im Amt.

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    Unterstützer von Kiril Petkowkommen nach dem Misstrauensvotum zusammen. - Keystone

    Er hatte versprochen, die weit verbreitete Korruption im ärmsten EU-Land zu bekämpfen und die Justiz zu reformieren. Für seinen Sturz machte Petkow Vorgänger Boiko Borissow (GERB) und auch Russland verantwortlich. Nach der Niederlage sagte er: «Dieses Votum ist nur ein kleiner Schritt eines sehr langen Wegs. Eines Tages werden wir ein Bulgarien ohne Aktionen hinter den Kulissen, ohne Mafia haben.»

    Anti-Korruptions-Partei soll nochmals Regierung bilden

    Die GERB hatte ihren Antrag mit einem «Scheitern der Regierung bei der Finanz- und Wirtschaftspolitik» begründet. Die Inflationsrate in Bulgarien lag im Mai bei 15,6 Prozent. Spediteure protestierten am Tag des Misstrauensvotums vor dem Parlament gegen die hohen Treibstoffpreise.

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    Der bulgarische Ministerpräsident Kiril Petkow winkt nach dem Misstrauensvotum Unterstützern zu. - Keystone

    Die populistische Partei ITN des Entertainers Slawi Trifonow hatte kürzlich aus Protest gegen Petkows Nordmazedonien-Politik ihre vier Minister aus der bisherigen Vier-Parteien-Regierung zurückgezogen. Trifonow warf dem Regierungschef vor, im Alleingang Zugeständnisse an das Nachbarland machen zu wollen. Bulgarien blockiert seit Ende 2020 den Beginn von EU-Aufnahmeverhandlungen mit Nordmazedonien.

    Der Verfassung zufolge bekommt Petkows Anti-Korruptions-Partei «Wir führen den Wandel fort» nun nochmals den Auftrag zur Regierungsbildung. Mit 67 Abgeordneten hat sie die grösste Fraktion im 240 Sitze umfassenden Parlament - ist aber weit von einer eigenen Mehrheit entfernt. Angesichts der untereinander zerstrittenen Parteien schliessen Experten auch Neuwahlen im Herbst nicht aus.

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