Russlandfreundliche Jotowa gewinnt Stichwahl in Bulgarien
In der Stichwahl in Bulgarien setzt sich Amtsinhaberin Ilijana Jotowa klar gegen den prowestlichen Andrej Gjurow durch.

Die Amtsinhaberin Ilijana Jotowa hat die Stichwahl in Bulgarien klar gewonnen, wie die «Zeit» berichtet. Bei fast vollständig ausgezählten Stimmzetteln erreicht die Präsidentin rund 57,6 Prozent, ihr Herausforderer Andrej Gjurow knapp 39,5 Prozent.
Der prowestliche Gjurow räumte seine Niederlage in der Stichwahl bereits am Wahlabend ein. Jotowa ist damit die erste Frau, die in Bulgarien zum Staatsoberhaupt gewählt wurde.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gratulierte Jotowa im Onlinedienst X. Sie schrieb zudem: «Für ein starkes Bulgarien in einem starken Europa.»
Ukraine-Krieg prägt Stichwahl in Bulgarien
Jotowa lehnt Waffenlieferungen an die Ukraine ab und fordert eine rasche Friedenslösung, berichtet der «ORF». Gjurow dagegen will keine Lösung, die ohne die EU und die Ukraine ausgehandelt wird.
Beide Kandidaten bekennen sich zur EU- und Nato-Mitgliedschaft Bulgariens. Jotowa wurde von der Regierungspartei Progressives Bulgarien des Ministerpräsidenten Rumen Radew unterstützt.
Im ersten Wahlgang lag Jotowa laut Exit-Polls mit 35,3 Prozent vor Gjurow mit 32,4 Prozent. Die Wahlbeteiligung erreichte bei diesem ersten Durchgang mit knapp 22 Prozent ein Rekordtief.
Wirtschaftliche Lage im Mittelpunkt
Im Wahlkampf standen laut «Euronews» die wirtschaftliche Lage und Drohnenangriffe auf Schiffe im Schwarzen Meer im Mittelpunkt. Fast sieben Millionen Menschen waren zur Abstimmung aufgerufen, 27 Kandidaten traten im ersten Durchgang an.

Jotowa ist ehemalige Journalistin und war Mitglied des Europäischen Parlaments. Gemeinsam mit Radew wurde sie 2016 und 2021 zur Vizepräsidentin gewählt.
Das Staatsoberhaupt hat vor allem repräsentative Aufgaben, wie die «Zeit» schreibt. Es kann aber Gesetze per Veto stoppen und ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte.











