Bulgarien: Kein Durchbruch bei zweitem Anlauf zur Regierungsbildung

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    Auch im zweiten Versuch konnte in Bulgarien keine Regierung gebildet werden. Scheitert auch der dritte Versuch, kommt es zu Neuwahlen.

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    Nach der siebten Parlamentswahl binnen dreieinhalb Jahren zeichnet sich in Bulgarien nun eine neue Regierung ab. (Symbolbild) - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Nach der Wahl Anfang Monat steht die Regierung in Bulgarien immer noch nicht.
    • Schach-Weltmeisterin Antoaneta Stefanowa ist bei der Regierungsbildung gescheitert.

    In Bulgarien ist nach der Wahl Anfang April auch ein zweiter Anlauf zur Bildung einer neuen Regierung fehlgeschlagen. Schach-Weltmeisterin Antoaneta Stefanowa gab als Kandidatin für den Posten des Ministerpräsidenten der zweitstärksten Partei, der populistischen «Es gibt so ein Volk» ITN, am Mittwoch den Regierungsauftrag an Staatschef Rumen Radew umgehend zurück.

    «Für uns ist die Bildung prinzipienloser Koalitionen nicht normal», sagte sie. Stefanowa stellte keine mögliche Regierung vor.

    Radew muss nächste Fraktion beauftragen

    Staatschef Radew muss nun der Verfassung zufolge eine dritte Partei, aber nicht zwingend die drittstärkste der sechs Fraktionen im Parlament, mit der Bildung eines neuen Kabinetts beauftragen. Sollte auch sie scheitern, wird es Neuwahlen geben.

    Die neue systemkritische und populistische Partei «Es gibt so ein Volk» von Entertainer Slawi Trifonow gewann bei der Parlamentswahl vom 4. April überraschend 17,6 Prozent der Stimmen und damit 52 Sitze im 240-Abgeordneten-Parlament. Der Entertainer hat den Verzicht seiner Partei, eine neue Regierung zu stellen, damit begründet, dass die angebotene Unterstützung von anderen, «bewiesen kompromittierten» Parteien eine Abhängigkeit von ihnen bedeute.

    Sozialisten: «Stürzen Land in Chaos»

    Der jetzt geschäftsführende Regierungschef Boiko Borissow kritisierte Trifonows Haltung als Flucht vor der Verantwortung. Borissows bürgerliche GERB (26 Prozent, 75 Mandate) scheiterte wegen fehlender Unterstützung in der vergangenen Woche, eine proeuropäische Regierung zu bilden. Die GERB hat mit kurzer Unterbrechung das ärmste EU-Land seit 2009 regiert. Im EU-Parlament gehört sie ebenso wie die deutsche CDU/CSU zur Europäischen Volkspartei (EVP.)

    Die aus den früheren Kommunisten hervorgegangenen Sozialisten (15 Prozent, 43 Sitze) kritisierten als drittstärkste Partei den Rückzug von «Es gibt so ein Volk» ITN. Damit stürze die ITN das Land ins Chaos und sichere die Rückkehr der GERB, erklärte die Parteiführung.

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