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    Britische Regierung zögerlich mit Corona-Massnahmen

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    Grossbritannien,

    Selbst in der freiheitsliebenden Downing Street wird langsam klar: Ohne härtere Massnahmen könnte mit Omikron eine Katastrophe drohen. Doch noch zögert die Regierung mit härteren Massnahmen.

    Boris Johnson will die Daten stündlich bewerten lassen. Foto: Kirsty O'connor/PA Wire/dpa
    Boris Johnson will die Daten stündlich bewerten lassen. Foto: Kirsty O'connor/PA Wire/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die britische Regierung will trotz eines massiven Anstiegs an Corona-Infektionen mit der Omikron-Variante vorerst keine weiteren Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie einführen.

    «Wir haben beschlossen, dass wir die Daten von jetzt an unter ständiger Beobachtung halten und sie stündlich bewerten sollten», sagte Premierminister Boris Johnson nach einer mehrstündigen Sitzung seines Kabinetts in London. Die Regierung behalte sich aber weitere Massnahmen vor, um den Gesundheitsdienst zu schützen.

    Anstieg bei Krankenhauseinweisungen

    Grossbritannien verzeichnete am Montag erneut mehr als 90.000 Neuinfektionen. Geschätzt infizieren sich tatsächlich jedoch wohl bereits mehrere Hunderttausende täglich. In den Landesteilen England und Schottland ist Omikron bereits dominant. Auch bei den Krankenhauseinweisungen ist ein Anstieg zu verzeichnen. Die Zahl der Todesfälle blieb zuletzt relative stabil bei rund 800 Fällen innerhalb von sieben Tagen.

    Ohne schärfere Massnahmen drohen nach Ansicht des britischen Expertenrats Sage allein in England 3000 Krankenhauseinweisungen pro Tag und die Überlastung des Gesundheitssystems. Trotzdem setzt die britische Regierung weiterhin vor allem auf das Booster-Programm mit Impfstoffen und die freiwillige Zurückhaltung der Menschen.

    Johnson mangelt es zudem derzeit an politischer und moralischer Autorität, um konsequente Massnahmen zu verteidigen. Einerseits rebellierten erst kürzlich bei einer vergleichsweise moderaten Verschärfung schon fast 100 Abgeordnete seiner eigenen Partei, weil sie die Einführung von 3-G-Nachweisen für Clubs und Grossveranstaltungen als Eingriff in britische Freiheiten ansehen. Andererseits steht Johnson wegen mehrerer mutmasslicher Lockdown-Partys in der Downing Street in der Kritik.

    Personalmangel in Krankenhäusern

    In London, wo Omikron bereits rund 80 Prozent der Fälle ausmacht, fehlen in Krankenhäusern bereits Hunderte Beschäftigte. Bildungsminister Nadhim Zahawi rechnet auch in Schulen mit hohen Personalausfällen - und ruft Lehrerinnen und Lehrer im Ruhestand auf, sich zu melden. Alle, die sich imstande fühlten, zu helfen, sollten sich jetzt auf einer entsprechenden Internetseite registrieren, um die «Störungen durch das Virus im neuen Jahr» zu reduzieren, berichtete der Sender Sky News. Einige Schulen bereiten sich schon wieder auf Online-Unterricht vor.

    Deutschland hat die Einreise aus Grossbritannien drastisch beschränkt und die Insel erneut zum Virusvariantengebiet erklärt. Rückkehrer müssen 14 Tage in Quarantäne, egal ob geimpft oder ungeimpft. Ausserdem dürfen nur noch Deutsche und Menschen, die in Deutschland leben, aus Grossbritannien einreisen.

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