Minderjährige in Grossbritannien können sich neu an einen niederschwelligen Dienst wenden, um ihre Nackt-Selfies im Netz löschen zu lassen.
Artemis Microsoft Kriminalität Pädophilie
Das Symbolbild zeigt eine Webcam auf einem Computerbildschirm. - DPA

Das Wichtigste in Kürze

  • Selfies minderjähriger Personen landen immer öfters im Netz.
  • In Grossbritannien können Betroffene diese künftig niederschwellig löschen lassen.

Selbstgemachte Nacktfotos oder -videos landen oft im Netz. In Grossbritannien können sich betroffene Minderjährige künftig per Online-Dienst Hilfe zum Löschen der Aufnahmen holen.

Voraussetzung: Nachweis des Alters der Betroffenen. Dies teilt der britische Kinderschutzbund NSPCC und die Organisation Internet Watch Foundation (IWF) am Dienstag mit. Letztere engagiert sich im Kampf gegen Internet-Kinderpornografie.

Der Dienst ist auf der Website des NSPCC-Sorgentelefons Childline verfügbar.

Nach Angaben von IWF hat die Zahl des von Minderjährigen selbst hergestellten pornografischen Materials zuletzt stark zugenommen. Dies sowohl freiwillig als auch unter Druck. Allein im ersten Quartal 2021 sei die Zahl der Fall-Meldungen mehr als doppelt so hoch gewesen wie im Vorjahreszeitraum. Dies hiess es auf der IWF-Webseite.

Kinderpornografie Symbolbild
Symbolbild zum Thema Kinderpornografie. - Keystone

Kinder würden dabei teilweise online von Tätern zu sexuellen Handlungen vor der Kamera in ihrem eigenen Zuhause gedrängt. Andere schicken Bilder beispielsweise an Partner oder Freunde, die dann ohne ihr Wissen weitergegeben werden.

Bilder können gesperrt werden, bevor sie im Netz landen

Childline-Leiter Cormac Nolan sagte der Mitteilung zufolge: «Die Auswirkungen eines Nacktfotos, das im Internet geteilt wurde, können nicht unterschätzt werden. Für viele junge Menschen kann es zur Folge haben, dass sie extrem beunruhigt sind und unsicher, was sie tun sollen. Oder an wen sie sich wenden sollen.»

Mit dem neuen Meldesystem können auch Bilder erfasst und gesperrt werden, von denen nicht klar ist, ob sie bereits zirkulieren. Betroffene Kinder oder Jugendliche können davon selbst einen als «Hash» bezeichneten digitalen Fingerabdruck erstellen. Damit wird einer Verbreitung im Netz vorgebeugt.

Mehr zum Thema:

Internet IWF