Nach ICE-Schüssen: 60 US-Firmen gehen auf Distanz zu Trump

Etienne Sticher
Etienne Sticher

USA,

60 US-Unternehmen fordern eine «sofortige Deeskalation» in Minnesota. Sie kritisieren das Vorgehen von ICE und distanzieren sich leicht von Donald Trump.

donald trump ice
Das Vorgehen von ICE und die Proteste dagegen in Minnesota bringen Donald Trump leicht in Bedrängnis. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • 60 US-Unternehmen kritisieren das Vorgehen von ICE und damit auch Donald Trump.
  • Sie fordern eine «sofortige Deeskalation» in Minnesota.
  • Ein Experte bezeichnet den offenen Brief als «grossen Wendepunkt».

Das Vorgehen der US-Einwanderungsbehörde ICE gegen die grossen Demonstrationen in Minnesota stösst auf Kritik. Nachdem eine zweite Person von den Agenten erschossen worden war, gab es aus der republikanischen Partei kritische Stimmen. Und jetzt meldet sich auch die Wirtschaft.

Wie die «Süddeutsche Zeitung» schreibt, haben 60 Unternehmen einen offenen Brief veröffentlicht. Darin fordern sie eine «sofortige Deeskalation der Spannungen» und eine Zusammenarbeit zwischen lokalen, staatlichen und bundesstaatlichen Kräften.

Zu den Unterzeichnern gehören Schwergewichte wie die Handelskette «Target», der Krankenversicherer «United Health Group» und der Mischkonzern «3M».

Der designierte CEO von «Target», Michael Fiddelke, legt in einer Videobotschaft nach: «Die Gewalt und das Sterben in unserer Stadt sind unglaublich schmerzhaft.» Es belaste viele Menschen, ihn eingeschlossen.

Silicon-Valley-Investor Jason Calacanis kritisiert die ICE-Einsätze ebenfalls. Er widerspricht der Darstellung der Regierung: Der erschossene Pfleger sei kein inländischer Terrorist gewesen, sagt er.

Kann die Wirtschaft in den USA etwas bewirken bei den ICE-Vorgehen?

Bereits beim WEF in Davos äusserte Jamie Dimon, Chef der Grossbank «JP Morgan Chase», Kritik: «Ich mag nicht, was ich sehe: Fünf erwachsene Männer schlagen eine kleine, alte Frau zusammen.»

Die Kritik der Unternehmer ist weder harsch noch wendet sie sich direkt gegen Trump, der US-Präsident wird von niemandem erwähnt. Dennoch bezeichnet Jeffrey Sonnenfeld, Management-Professor in Yale, den Brief als «grossen Wendepunkt». Es sei ein «sehr wichtiges Zeichen».

Kritik wegen Druck der Kundschaft?

Denn grosse US-Konzerne vermeiden in der Regel Kritik an der Regierung oder anderweitig politische Statements. Denn sie wollen weder demokratische noch republikanische Kunden vergraulen. «Target» kuschte vor Kurzem sogar noch vor Trump: Der Handelsriese beendete seine Programme für Diversität und Inklusion.

Doch jetzt könnte der Druck der Kundschaft zu gross geworden sein, mutmasst Sonnenfeld. Vor allem für Unternehmen mit Hauptsitz im Krisenherd Minnesota, beispielsweise «Target». Denn eine Mehrheit der US-Bevölkerung sieht die Vorgehensweisen von ICE kritisch.

Kommentare

User #5794 (nicht angemeldet)

Ich bin schockiert, dass hier so viele Menschen befuerworten unschuldigen Protestierenden zu erschiessen.

User #5947 (nicht angemeldet)

Texte lesen und korrekt verstehen scheint tatsächlich nicht jedermanns Sache zu sein...

Weiterlesen

ICE
96 Interaktionen
Trotz Protesten
Minnesota kristi noem trump
816 Interaktionen
Zuerst Gerangel
6 Interaktionen
Minneapolis

MEHR IN NEWS

Friedrich Merz
795 Interaktionen
Wahl-Debakel
Gersau SZ
Gersau SZ
trump
1 Interaktionen
Washington

MEHR AUS USA

Austin ICE SChüsse
3 Interaktionen
Schwerverletzt
Cindy Crawford
Todesursache unklar
1 Interaktionen
New York
new york zohran mamdani
3 Interaktionen
New York