Briten betrügen spanische Hotels
Mit der sogenannten «Durchfall-Masche» klagen hunderte Betrüger erfolgreich gegen Reiseveranstalter und Hotels. Allein in Mallorca wurden im Jahr 2013 mindestens 50 Millionen Euro ergaunert.

Das Wichtigste in Kürze
- Angestiftet von britischen Anwälten ergaunern Touristen etliche Millionen.
- Der Kauf eines Durchfallmittels reichte oft aus, um seine Reisekosten zurückerstattet zu bekommen.
Die spanische Polizei hat rund 800 mutmassliche Betrüger identifiziert, die als Touristen auf Mallorca und den anderen Balearen-Inseln durch vorgetäuschte Lebensmittelinfektionen die Erstattung ihrer Reisekosten erreicht haben sollen. Es handle sich ausnahmslos um Briten, die nach einem Balearen-Aufenthalt mit Hilfe von insgesamt 77 Anwaltskanzleien daheim Klagen gegen Reiseveranstalter und Hotels eingereicht hätten, teilte die Policía Nacional am Freitag mit.
Die sogenannte «Durchfall-Masche» sollen Urlauber aus Grossbritannien in Spanien jahrelang praktiziert haben. Oft reichten nach Angaben der spanischen Behörden schon der Kauf eines Durchfallmittels und der dazugehörige Kassenbon als Beweis für eine Erkrankung im Hotel aus.
Die meisten der mutmasslichen Betrüger sollen von britischen Anwälten angestiftet worden sein. Nach amtlicher Schätzung wurden auf diese Weise allein im Jahr 2013 und nur auf Mallorca mindestens 50 Millionen Euro ergaunert. Den Behörden war der drastische Anstieg der Reklamationen um fast 700 Prozent im vorigen Jahr aufgefallen. Der Betrug habe vor allem in All-Inclusive-Hotels oder Unterkünften mit Halbpension stattgefunden, weil diese für eine Lücke im britischen Verbraucherschutzgesetz besonders anfällig seien.










