«Ich will meinen Arbeitsplatz behalten» - das steht auf einem Protestplakat in Arnstadt. Auch an anderen Standorten des Autozulieferers Bosch bangen Menschen um ihren Job.
«Kein Personaleingang»: Ein Zaun des Betriebsgeländes bei Bosch in Arnstadt. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa
«Kein Personaleingang»: Ein Zaun des Betriebsgeländes bei Bosch in Arnstadt. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Tausende Beschäftigte von Bosch haben nach Gewerkschaftsangaben gegen den Abbau von Arbeitsplätzen protestiert.

Allein im badischen Bühl waren es rund 3000 Menschen, teilte die IG Metall mit.

Vor dem Werk des Autozulieferers in München demonstrierten annähernd 600 Menschen gegen die Schliessung des Standorts. Nach Angaben der IG Metall gingen zudem im thüringischen Arnstadt etwa 300 Bosch-Mitarbeiter auf die Strasse.

Der baden-württembergische IG-Metall-Chef Roman Zitzelsberger erklärte, Verlagerungen in Billiglohnländer nähmen zu - nicht nur bei Bosch. Bosch-Geschäftsführerin Filiz Albrecht äusserte Verständnis für die Sorge um die Arbeitsplätze. Bosch sei sich seiner unternehmerischen Verantwortung bewusst.

«Bosch spaltet die Belegschaft»

Die Autoindustrie muss einen raschen Übergang vom Benzin- und Dieselauto zum Elektroauto schaffen, um die Klimavorgaben der EU einzuhalten. Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Bosch Mobility Solutions, Frank Sell, kritisierte: «Bosch spaltet die Belegschaft in Gewinner und Verlierer des Strukturwandels.»

In Bühl sollen nach Unternehmensangaben bis 2025 rund 700 Vollzeitstellen sozialverträglich abgebaut werden, weniger als die Hälfte soll nach Osteuropa verlagert werden. In München mit rund 265 Beschäftigten wird Bosch zufolge über das Verlagern der industriellen Fertigung an andere Standorte gesprochen. In Arnstadt will die Robert Bosch Elektronik Thüringen GmbH ihre Tätigkeit einstellen, weil es bald keine Aufträge mehr gibt. Betroffen sind 100 der zusammen 160 Stellen am Standort, wie das Unternehmen mitgeteilt hatte.

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