Bislang nur kleiner Teil gelieferter Astrazeneca-Impfdosen verimpft

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    Durch die tiefere Wirksamkeit findet der Corona-Impfstoff von Astrazeneca in Deutschland wenig Anklang. Patienten weigern sich sogar, die Impfung anzunehmen.

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    Ein Fläschchen des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca und der Universität Oxford. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Deutschland bleibt zurzeit auf seinen bei Astrazeneca bestellten Impfdosen sitzen.
    • Die im Vergleich tiefere Wirksamkeit sorgt bei der Bevölkerung für Verunsicherung.
    • In einigen Fällen weigern sich Patienten sogar, sich dem Briten-Vakzin impfen zu lassen.

    Die ersten Lieferungen des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca zwischen der EU und dem britisch-schwedischen Hersteller waren zuerst hart umkämpft. Nun liegt das Präparat in den Bundesländern offensichtlich auf Halde.

    Bundesweit wurden von 736'800 bislang gelieferten Impfdosen nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag lediglich 64'869 Dosen verimpft. Grund zur Sparsamkeit gibt es jedoch nicht, denn Nachschub ist bereits am Donnerstag zu erwarten.

    5,6 Millionen Dosen erwartet

    Laut Bundesgesundheitsministerium sollen dann noch einmal 736'800 Impfdosen geliefert werden, am 27. Februar dann weitere gut eine Million Impfdosen. Insgesamt werden demnach bis einschliesslich 1. April rund 5,6 Millionen der Dosen erwartet.

    astrazeneca
    Der Corona-Impfstoff von AstraZeneca und der Uni Oxford. - Keystone

    Verunsicherung gibt es allerdings offensichtlich hinsichtlich der Wirksamkeit des Mittels. Diese liegt mit etwa 70 Prozent um gut 20 Prozentpunkte unter der Wirksamkeit der Impfstoffe von Biontech und Moderna. Zudem soll der Impfstoff von Astrazeneca in Deutschland wegen fehlender Daten zur Wirksamkeit bislang nur an unter 65-Jährige verimpft werden.

    Astrazeneca-Mittel ist «genauso sicher»

    Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, äusserte denn auch Verständnis etwa für medizinisches Personal. Dieses wolle sich oft nicht mit dem Astrazeneca-Impfstoff impfen lassen. Zwar sei dieser Impfstoff «genauso sicher wie die anderen», hob er in der «Rheinischen Post» hervor. Doch «die geringere Wirksamkeit lässt sich nicht wegdiskutieren».

    Frank Ulrich Montgomery
    Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery. - Keystone

    Angesichts des bereits vorhandenen Imageproblems schlug Montgomery vor, das Mittel vorzeitig auch Menschen mit geringerer Impf-Priorität anzubieten.

    Spahn würde sich impfen lassen

    Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wertete die 70 Prozent auf Twitter als «hohe Wirksamkeit». Den Sendern RTL und n-tv sagte der Minister mit Blick auf Astrazeneca: «Ja, ich würde mich impfen lassen, wenn ich eine Impfung angeboten bekommen würde.» Ausdrücklich auch mit Astrazeneca.

    Spahn
    Der deutsche Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. - dpa

    «Das ist ein sicherer und wirksamer Impfstoff.» Lediglich bei der südafrikanischen Virusmutation gebe es Hinweise auf einen nur geringeren Schutz. Zu Berichten über vermehrte Nebenwirkungen bei dem Präparat, sagte Spahn, häufig gehe es hier um «Impfreaktionen». Diese zeigten, «dass das Immunsystem angesprungen ist».

    Patienten lehnen Astrazeneca-Impfung ab

    Das Wirtschaftsmagazin «Business Insider» berichtete unterdessen von «massenhaft» ausfallenden Impfterminen, weil Berechtigte nicht erscheinen würden. Eine Sprecherin des saarländischen Gesundheitsministeriums wurde mit den Worten zitiert: «Uns sind Fälle bekannt, bei denen Personen das Impfangebot mit Astrazeneca ablehnen.» Die Termine würden dann aber an andere Menschen vergeben, hiess es.

    Die saarländische Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) hatte am Montag im Landtag die Nicht-Wahrnehmung von Impfterminen kritisiert. Alle Impfstoffe seien «zugelassen und gut», das Impfen sei kein Wunschkonzert, hob sie hervor. Auch in den anderen Bundesländern gibt es meistens keine Möglichkeit, zwischen Impfstoffen verschiedener Hersteller auszuwählen.

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