Laut US-Angaben stehen entlang der ukrainischen Grenze rund 100'000 russische Truppen. Die Dimensionen einer Invasion wären enorm.
US-Präsident Joe Biden spricht in Washington. Foto: Andrew Harnik/AP/dpa
US-Präsident Joe Biden spricht in Washington. Foto: Andrew Harnik/AP/dpa - sda - Keystone/AP/Andrew Harnik

Das Wichtigste in Kürze

  • Russland könnte in naher Zukunft seinen westlichen Nachbarn, die Ukraine, angreifen.
  • Laut Joe Biden wäre dies die «grösste Invasion seit dem Zweiten Weltkrieg».
  • Dabei behält der US-Präsident jedoch nicht ganz Recht.

Ein russischer Einmarsch in die Ukraine könnte angesichts der massiven Truppenpräsenz in der Nähe der Grenze nach Ansicht von US-Präsident Joe Biden die «grösste Invasion seit dem Zweiten Weltkrieg» werden.

Ein solcher Schritt würde «die Welt verändern», warnte Biden am Dienstag. Nach US-Angaben soll Moskau entlang der ukrainischen Grenze rund 100'000 russische Truppen in Stellung gebracht haben. Mit Blick auf Russlands Präsident Wladimir Putin sagte Biden, dieser «baut die Truppenpräsenz entlang der ukrainischen Grenze weiter aus». Biden fügte hinzu: «Falls er mit all diesen Truppen einmarschieren würde, wäre das die grösste Invasion seit dem Zweiten Weltkrieg.

Biden bezieht sich wohl nur auf Europa

Er würde die Welt ändern. «Es war zunächst nicht klar, ob sich Biden mit seiner Aussage spezifisch auf Europa bezog, denn beim US-geführten Einmarsch im Irak waren 2003 deutlich mehr Soldaten zum Einsatz gekommen. In Afghanistan wiederum wurde die Präsenz der sowjetischen Truppen nach ihrem Einmarsch 1979 mit rund 120'000 angegeben.

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Ukrainische Soldaten. - AFP

Moskau hat Pläne zu einem angeblichen Einmarsch in die Ukraine dementiert. Biden warnte Russland erneut für den Fall eines Angriffs vor drastischen Sanktionen und Gegenmassnahmen. Gleichzeitig betonte er, es gebe keine Pläne, US-Truppen in die Ukraine zu verlegen. «Es werden keine amerikanischen Kräfte in die Ukraine verlegt», sagte Biden.

USA mit Vorsichtsmassnahmen

Das US-Militär hatte gestern rund 8500 Soldaten in erhöhte Bereitschaft versetzt, um bei Bedarf eine kurzfristige Verlegung nach Europa zu ermöglichen. «Ich könnte einige dieser Truppen kurzfristig verlegen – einfach, weil es eine gewisse Zeit dauert», sagte Biden. Dies sei keine Provokation, sondern eine Vorsichtsmassnahme, um den Sorgen der osteuropäischen Nato-Mitgliedern zu begegnen, sagte er.

Auf Nachfrage fügte Biden hinzu, es sei nach wie vor unklar, ob Putin tatsächlich einen Angriff plane. «Ich werde vollkommen ehrlich mit Ihnen sein: Es ist ein bisschen wie im Kaffeesatz lesen.»

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