EU

Berlin: Wirtschaftseinbruch in Russland nach EU-Sanktionen

DPA
DPA

Ukraine,

Schaden die Sanktionen Russland mehr als der deutschen Wirtschaft? Die Debatte wird in Deutschland immer wieder geführt. Das Wirtschaftsministerium liefert nun eine Prognose.

Die Bundesregierung schätzt einen hohen Wirtschaftseinbruch von bis zu 15 Prozent in Russland nach den EU-Sanktionen.
Die Bundesregierung schätzt einen hohen Wirtschaftseinbruch von bis zu 15 Prozent in Russland nach den EU-Sanktionen. - Stringer/dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Bundesregierung hält die wegen des Ukraine-Kriegs verhängten Sanktionen für wirksam und erwartet in Russland einen Wirtschaftseinbruch von bis zu 15 Prozent in diesem Jahr.

Dies geht aus einer Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums an den Linken-Abgeordneten Sören Pellmann hervor, die der dpa vorliegt. Pellmann zweifelt die Bewertung an.

In der Antwort des Ministeriums heisst es: «Die Sanktionen treffen die russische Wirtschaft empfindlich und werden weitere Wirkung entfalten. Seriöse Berechnungen prognostizieren eine Rezession in Russland, das heisst eine Reduktion des russischen Bruttoinlandsprodukts in einer Spanne von 6 bis 15 Prozent für das Jahr 2022.» Der Rat der EU geht von einem Rückgang des russischen Bruttoinlandsprodukts um «mehr als elf Prozent» aus.

Sechs Sanktionspakete

Deutschland und die übrigen EU-Länder hatten gemeinsam nach dem russischen Angriff auf die Ukraine sechs Sanktionspakete beschlossen, darunter auch ein Kohle- und ein Ölembargo. In der Antwort des Ministeriums heisst es, die Strafmassnahmen gegen Moskau zielten auf die für den Ukraine-Krieg verantwortlichen Personen und auf die Finanzierungsmöglichkeiten des russischen Staates. «Die Sanktionen haben unter anderem Einfluss auf den Kriegsverlauf, da sie die militärischen Fähigkeiten und die industrielle Basis auf Dauer schwächen.»

Weiter heisst es: «Die Sanktionen der EU und ihrer Partner sind bewusst so konzipiert, dass ihre Auswirkungen Russland deutlich stärker treffen als die EU». Die Regierung räumt aber ein, dass es wegen der wirtschaftlichen Verflechtungen auch Auswirkungen auf die Staaten gebe, die die Strafmassnahmen verhängt hätten.

Pellmann zweifelt

Pellmann kommentierte, «dass die Bundesregierung weiterhin behauptet, die Sanktionen würden Russland mehr schaden als uns, ist abwegig». Vielmehr werde der russische Präsident Wladimir Putin kaum getroffen, Deutschland und insbesondere der Osten jedoch sehr. «Wir brauchen eine ehrliche Bestandsaufnahme der Wirkung der Sanktionen», sagte der Ostbeauftragte der Linksfraktion der dpa. «Hierzulande Privathaushalte und Produktion zu ruinieren, ist keine Hilfe für die Ukraine.»

Weiterlesen

fisch
303 Interaktionen
Trockenheitsbilder
legionellen
290 Interaktionen
Basel

MEHR IN NEWS

1 Interaktionen
Bern
Boeing 737
2 Interaktionen
Chicago
blaualgen
7 Interaktionen
Gift-Alarm im Wasser!
teaser
538 Interaktionen
Ceuta

MEHR EU

Ceuta
10 Interaktionen
Ceuta/Madrid
7 Interaktionen
Berlin
36 Interaktionen
Ceuta
Spanien Ceuta
520 Interaktionen
Nach Ceuta-Ansturm

MEHR AUS UKRAINE

65 Interaktionen
Kiew
22 Interaktionen
Krywyj Rih
99 Interaktionen
Kiew
Wolodymyr Selenskyj
50 Interaktionen
Kiew