Berlin: Fraktions-Chefs stellen sich hinter Clan-Linken

    Simon Binz
    Simon Binz

    Deutschland,

    Nach den Chats mit dem Rammo-Clan-Spross lässt Linken-Politiker Ferat Koçak seine Ämter ruhen. Die Fraktionsspitze stellt sich dennoch hinter ihn.

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    Ferat Koçak (47) lässt nach den Enthüllungen seine Ämter vorerst ruhen und tritt bis auf Weiteres nicht mehr öffentlich auf. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Linken-Politiker Ferat Koçak hatte Kontakte zum Sohn eines Clan-Chefs und zu Extremisten.
    • Koçak lässt seine Ämter vorerst ruhen und tritt öffentlich nicht mehr auf.
    • Die Fraktionsspitze der Linken stellt sich trotz der Vorwürfe hinter den 47-Jährigen.

    Nachdem publik wurde, dass der Neuköllner Linken-Bundestagsabgeordnete Ferat Koçak (47) enge Chats mit dem Sohn von Rammo-Clan-Chef Issa Rammo geführt hatte, zieht die Fraktionsspitze der Linken nun Konsequenzen – hält aber an Koçak fest.

    Sollte der Linken-Abgeordnete wegen den Clan-Chats zurücktreten?

    Wie der «Spiegel» berichtet, will Fraktionsvorsitzender Sören Pellmann Koçak «bis auf Weiteres, bis volle Transparenz hergestellt wird» zurückhalten. Koçak selbst lässt seine Mitgliedschaft im Innenausschuss ruhen und tritt vorerst nicht mehr öffentlich auf.

    Co-Fraktionschefin: «Wir glauben ihm da»

    Ausgelöst hatte die Affäre die Wahlparty der Linken in Neukölln: Dort war zunächst Issa Rammo aufgetaucht und wieder des Platzes verwiesen worden, ehe dessen Sohn am Folgetag einen Chatverlauf mit Koçak veröffentlichte, der auf eine gewisse Vertrautheit schliessen lässt.

    Koçak nannte die Kontakte einen «Fehler» und erklärte, er habe zunächst nicht gewusst, um wen es sich handle. Zusätzlich sorgte ein Foto für Aufsehen, das ihn mit dem als Terrorunterstützer geltenden Ibrahim Ibrahim zeigt, dem Nähe zur Hamas nachgesagt wird.

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    Co-Fraktionschefin Heidi Reichinnek stellt sich hinter Koçak: «Wir glauben ihm da», sagt sie zu seiner Distanzierung von Gewalt und Terror. - Keystone

    Co-Fraktionschefin Heidi Reichinnek stellte sich trotzdem hinter ihren Parteikollegen: Koçak habe klar bekannt, dass es in der Linken «keinen Platz für Terrorverherrlichung und Gewalt» gebe. «Wir glauben ihm da», so Reichinnek. Solange sich nichts Gegenteiliges zeige, soll Koçak sein Mandat behalten.

    Linken-Urgestein kritisiert Ferat Koçak scharf

    Nicht alle in der Partei sind mit diesem Kurs einverstanden. Besonders deutlich wurde Linken-Urgestein Petra Pau, die 27 Jahre für die Partei im Bundestag sass. Auf X schrieb sie an Koçak gerichtet: «Mir reicht es langsam. Als MdB hast Du eine Verantwortung, ich kann nicht mehr an Naivität glauben.» Sie forderte ihn auf, endlich Verantwortung zu übernehmen, statt sich weiter Zeit zu erkaufen.

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    Linken-Urgestein Petra Pau, 27 Jahre lang für die Partei im Bundestag, kritisierte Koçak scharf: «Ich kann nicht mehr an Naivität glauben.» - Keystone

    Auch von ausserhalb der Partei kommt Kritik: Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge bezeichnete Koçaks Distanzierungen als unglaubwürdig und regte einen Ausschluss an, Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir mahnte, wer in solchen Fragen nicht klar sei, dürfe «nicht in die Nähe der Macht» kommen.

    Für die Linke ist der Fall auch deshalb heikel, weil in Berlin mögliche Sondierungsgespräche mit den Grünen anstehen. Reichinnek will den Fall dennoch vom Wahlerfolg der Berliner Linken trennen: Man arbeite die Vorwürfe «kritisch auf», das dürfe die Regierungsbildung aber nicht überschatten.

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    Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge hält Koçaks Distanzierungen für unglaubwürdig und regte an, ihn aus der Fraktion auszuschliessen. - Keystone

    Kommentare

    User #2291 (nicht angemeldet)

    Das Bundeshaus in Berlin ist dehr bunt ...

    User #2036 (nicht angemeldet)

    Die Berliner haben mehr Stromausfälle und mehr Steuern gewählt.

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