In Berlin hat es einem Medienbericht zufolge im vergangenen Jahr deutlich mehr trans- und homophobe Delikte gegeben als bislang bekannt.
Demonstration mit Regenbogenflagge
Demonstration mit Regenbogenflagge - AFP/Archiv
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Das Wichtigste in Kürze

  • Fälle wurden nachgemeldet oder neu bewertet.

Dies berichtete der «Tagesspiegel» am Donnerstag unter Berufung auf Bundesbeamte. Demnach wurden 645 Verfahren zu sogenannten Hassverbrechen mit Bezug auf die sexuelle Identität oder Orientierung der Geschädigten eingeleitet. Verurteilt wurden 64 Verdächtigte.

Im Jahr 2020 waren es 632 Verfahren und 44 Verurteilungen. In der aktuellen Berliner Kriminalstatistik wurden für das Jahr 2021 hingegen 525 Fälle und für das Vorjahr 428 mit Bezug auf die sexuelle Orientierung oder Identität ausgewiesen. Informationen des «Tagesspiegel» zufolge erklären sich die nun höheren Zahlen dadurch, dass zahlreiche Delikte nachgemeldet oder Fälle intern neu bewertet wurden.

Trans- und homophobe Fälle werden oft unter der Bezeichnung queerfeindliche Taten zusammengefasst. Meist handelt es sich dabei um Körperverletzungen, Beleidigungen und Volksverhetzung. In der Hauptstadt gibt es laut Bericht bundesweit die mit Abstand meisten Ermittlungen zu solchen Delikten. Bundesbeamten zufolge ist dies darauf zurückzuführen, dass hier das Bewusstsein ausgeprägter ist, solche Taten anzuzeigen.

Für die Rechte und Anerkennung der queeren Community wollen am Samstag auch hunderttausende Menschen in der Hauptstadt demonstrieren bei der Parade zum Christopher Street Day (CSD). Der veranstaltende Verein rechnet mit einer halbe Million Teilnehmenden. Es ist die 44. CSD-Veranstaltung in Berlin.