Die Baufirmen in Deutschland haben volle Orderbücher, kämpfen aber gleichzeitig mit dem Materialmangel. Für die Zukunft verlangt die Lobby Nachfrageimpulse von der Politik.
Der Materialmangel macht dem Baugwerbe weiterhin zu schaffen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Der Materialmangel macht dem Baugwerbe weiterhin zu schaffen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Ungeachtet stark gestiegener Baupreise hat das deutsche Bauhauptgewerbe im August sehr viele Aufträge erhalten.

Die Order lagen wertmässig 18,9 Prozent über dem Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt berichtete.

Bereinigt um Kalendereffekte und die starken Preissteigerungen blieb immer noch ein reales Plus von 5,7 Prozent. Im Vergleich zum Juli 2021 kletterten die Aufträge um 7,3 Prozent, wenn auch hier kalendarische und saisonale Effekte sowie die Preisentwicklung herausgerechnet werden.

Der anhaltende Materialmangel bremse die Unternehmen weiterhin, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes, Tim-Oliver Müller. Da die Aufträge nur stockend abgearbeitet werden könnten, habe es im August einen preisbereinigten Umsatzrückgang von 2,9 Prozent gegeben. Nominal kletterten die Erlöse aber um 6,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Der Zentralverband des Baugewerbes verwies auf schwache Basiswerte aus dem Corona-Jahr 2020, um den starken Anstieg der Nachfrage zumindest teilweise zu erklären. Vor allem Wirtschaftsunternehmen bestellten mehr Bauleistungen als im Vorjahr, während sich öffentliche Kunden zurückhielten.

Der Hauptgeschäftsführer des ZDB, Felix Pakleppa, verlangte bauwirtschaftliche Impulse in den Verhandlungen zur Ampelkoalition. Die Bauwirtschaft stehe bereit, anzupacken - ob bei der Erneuerung der Infrastruktur oder bei der energetischen Sanierung des Gebäudebestands.

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