Bauernverband kritisiert Mercosur-Abkommen scharf

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    Deutschland,

    Die Europäische Union will mit den Südamerikanern die grösste Freihandelzone der Welt bauen. Aus Sicht des Deutschen Bauernverbandes ist die Ankündigung allerdings kein Grund zur Freude.

    Bauernpräsident Joachim Rukwied: «Dieses Handelsabkommen ist Doppelmoral pur». Foto: Jan Woitas
    Bauernpräsident Joachim Rukwied: «Dieses Handelsabkommen ist Doppelmoral pur». Foto: Jan Woitas - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Deutsche Bauernverband (DBV) befürchtet, dass das Handelsabkommen zwischen der EU und den südamerikanischen Mercosur-Staaten die Zukunft vieler deutscher Familienbetriebe bedroht.

    Ungleiche Anforderungen bei Umwelt- und Klimaschutz, Antibiotikaeinsatz und Pflanzenschutz sowie eine mangelhafte Absicherung des europäischen Marktes würden zu einer dramatischen Wettbewerbsverzerrung führen - insbesondere bei Rindfleisch, Geflügel und Zucker, warnt der Verband.

    «Es ist nicht zu akzeptieren, dass die EU-Kommission diese völlig unausgewogene Vereinbarung unterzeichnet. Dieses Handelsabkommen ist Doppelmoral pur», erklärte DBV-Präsident Joachim Rukwied. Er forderte die Staats- und Regierungschefs und das Europäische Parlament auf, die europäischen Standards für Landwirtschaft und Lebensmittel zu schützen. «Die Landwirtschaft darf nicht zugunsten der Automobilindustrie geopfert werden», so Rukwied.

    Viele europäische Landwirte befürchten, dem Wettbewerb mit den Agrargrossmächten aus Südamerika nicht gewachsen zu sein. Zum einen wird im Mercosur in deutlich grösserem Massstab produziert, was Kostenvorteile mit sich bringt. Zudem gehen die Landwirte in der Region sehr grosszügig mit Pflanzenschutzmitteln und Gentechnik um, was viele Verbraucher in Europa kritisch sehen.

    Die politischen Verhandlungen zwischen der EU und den Mercosur-Ländern Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay waren am Freitagabend abgeschlossen worden. Sie liefen mit Unterbrechungen bereits seit dem Jahr 2000. Über das Abkommen sollen Zölle und andere Handelshemmnisse abgebaut werden, um den Warenaustausch zu stärken und Unternehmen Kosteneinsparungen in Milliardenhöhe zu bringen. Der Staatenbund Mercosur ist mit einer Bevölkerung von mehr als 260 Millionen Menschen einer der grossen Wirtschaftsräume der Welt. Die EU kommt sogar auf mehr als 512 Millionen Einwohner.

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