Apotheken sollen in Deutschland die Ausstellung von Corona-Impfzertifikaten unterstützen. Allerdings gibt es ein Sicherheitsleck.
Bei der Ausstellung von Impfzertifikaten in Apotheken wurden Sicherheitslücken aufgedeckt. Foto: Christophe Gateau/dpa
Bei der Ausstellung von Impfzertifikaten in Apotheken wurden Sicherheitslücken aufgedeckt. Foto: Christophe Gateau/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Apotheken in Deutschland sollen bei der Impfzertifikat-Ausstellung mithelfen.
  • Seit Mittwoch ist die Ausstellung jedoch gestoppt.
  • Das «Handelsblatt» hatte zuvor eine Sicherheitslücke entdeckt.

Apotheken in ganz Deutschland können seit Mittwoch keine Corona-Impfzertifikate mehr ausstellen. Der Deutsche Apothekerverband (DAV) teilte heute mit, dass die Ausstellung von Zertifikaten in Rücksprache mit dem Bundesgesundheitsministerium gestoppt worden sei.

Dem «Handelsblatt» war es demnach gelungen, «mithilfe von professionell gefälschten Dokumenten» auf dem DAV-Server einen Gastzugang für einen nicht existierenden Apothekeninhaber zu erzeugen, mit dem dann zwei Impfzertifikate ausgestellt worden seien.

Aktuell würden deshalb die angemeldeten Betriebsstätten einer Überprüfung unterzogen. Doch gebe es bislang keine Hinweise auf andere unberechtigte Zugänge.

25 Millionen bereits ausgestellte Zertifikate vermutlich rechtmässig

Das «Handelsblatt» teilte auf Anfrage mit, es sei richtig, dass das Blatt eine gravierende Sicherheitslücke bei der Erstellung digitaler Impfnachweise aufgedeckt habe. «Jedoch hat nicht das ‹Handelsblatt› selbst sich einen Zugang zum System verschafft; zwei IT-Sicherheitsspezialisten haben die Schwachstelle offengelegt und damit demonstriert, dass es bei dem Portal deutliche Mängel gibt», erklärte eine Verlagssprecherin.

Wann die Apotheken wieder Impfzertifikate ausstellen können, steht nach Angaben des DAV noch nicht fest. Es sei aber davon auszugehen, dass die über 25 Millionen Impfzertifikate, die bisher ausgestellt worden seien, alle von rechtmässig registrierten Apotheken stammen.

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