In der Türkei hat ein Prozess gegen Anwälte des inhaftierten PKK-Anführers Abdullah Öcalan begonnen.
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Justitia - AFP/Archiv

Acht Juristen würden der Mitgliedschaft in einer bewaffneten Terrororganisation beschuldigt, berichtete die staatsnahe Nachrichtenagentur Demirören Haber Ajansi am Dienstag.

Unter dem Deckmantel der Anwaltschaft hätten sie Anweisungen und Botschaften Öcalans an Mitglieder der PKK vermittelt, heisst es demzufolge in der Anklageschrift.

Die Staatsanwaltschaft fordere bis zu 15 Jahre Haft für die Angeklagten. Die Angeklagten hätten die Vorwürfe zurückgewiesen und Freisprüche gefordert.

Öcalan ist wegen Hochverrats, Mordes und Bildung einer terroristischen Vereinigung seit 1999 auf der Gefängnisinsel Imrali in der Türkei inhaftiert. Er sass lange in Einzelhaft. Die Anwälte Öcalans reichten im vergangenen Jahr wegen fehlenden Zugangs zu ihrem Mandanten Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) ein.

Die PKK kämpft seit 1984 mit Waffengewalt und Anschlägen für einen kurdischen Staat oder ein Autonomiegebiet im Südosten der Türkei. Die türkische Regierung geht ihrerseits regelmässig militärisch gegen die PKK vor. Inzwischen ist die PKK nach eigenen Angaben von der Maximalforderung eines unabhängigen Staates abgerückt. Ein Waffenstillstand zwischen türkischer Regierung und PKK war im Sommer 2015 gescheitert.

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