Antisemitische Attacke auf Rabbiner in Wien

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    Österreich,

    Eine Frau beschimpft und bedroht in Wien einen Rabbiner. Und attackiert ihn mit einem Messer. Nun ermittelt das österreichische Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung.

    Auf offener Strasse wurde der Rabbiner mit antisemitischen Parolen beschimpft, attackiert und mit einem Messer bedroht. Foto: Georg Hochmuth/APA/dpa/Symbolbild
    Auf offener Strasse wurde der Rabbiner mit antisemitischen Parolen beschimpft, attackiert und mit einem Messer bedroht. Foto: Georg Hochmuth/APA/dpa/Symbolbild - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Polizei in Wien fahndet nach dem Angriff auf einen Rabbiner nach einer etwa 50 Jahre alten Frau.

    Sie hatte den Mann am Donnerstag in der österreichischen Hauptstadt auf offener Strasse mit antisemitischen Parolen beschimpft, attackiert und mit einem Messer bedroht. Anschliessend flüchtete sie. Das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung hat in dem Fall die Ermittlungen übernommen, wie es am Freitag mitteilte.

    Der Rabbiner hatte die Attacke am Donnerstag angezeigt. Die Frau habe ihn getreten, ihm den Hut vom Kopf gestossen und die Kippa heruntergerissen, ehe sie flüchtete. Er sei nicht verletzt worden. Nach Angaben des Nachrichtenportals «OE24» sagte der Rabbiner der Polizei, Passanten hätten weggeschaut, anstatt ihm zu helfen.

    Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien bezeichnete die Attacke als verstörenden Vorfall, der viele Menschen verunsichert habe. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) schrieb am Donnerstag auf Twitter: «Ich verurteile den heutigen antisemitischen Angriff auf einen Rabbi in Wien auf das Allerschärfste. Wir müssen den Antisemitismus mit aller Entschiedenheit bekämpfen und alles dafür tun, um jüdisches Leben hier in Österreich in Sicherheit zu ermöglichen. Denn Europa ohne Juden ist nicht mehr Europa.»

    Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) bezeichnete den Angriff auf Twitter als «Attacke auf das jüdische Leben in Wien». «Es gibt keine Toleranz bei Antisemitismus - egal ob dieser politisch oder religiös motiviert ist.» Er hatte erst am Donnerstag mit Blick auf den Terrorakt von Wien Anfang November einen verstärkten Schutz von Kirchen und anderen Religionsstätten angekündigt.

    Am 2. November hatte ein 20-Jähriger in einem belebten Wiener Ausgehviertel mit einem Sturmgewehr und einer Pistole das Feuer auf Passanten eröffnet. Er tötete vier Menschen, mehr als 20 weitere wurden verletzt. Die Polizei erschoss den Täter auf einem Platz an einer Kirche. Der Österreicher mit nordmazedonischem Zweitpass war wegen einer versuchten Ausreise zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vorbestraft. Gegen 21 Männer laufen Ermittlungen als mögliche Mitwisser.

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