Angst

    Angst vor der Wut - Corona-Krawalle breiten sich aus

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Niederlande,

    Am Wochenende wurde in mehreren europäischen Städten gegen die Corona-Massnahmen demonstriert. Dabei kam es zu gewalttätigen Ausschreitungen.

    coronavirus
    Im holländischen Rotterdam legten Demonstranten am Wochenende Brände. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Am Wochenende kam es bei Corona-Demonstrationen zu Gewalt.
    • Politik und Polizei wollen entschieden gegen eine weitere Ausbreitung dieser vorgehen.
    • Unter anderem in Brüssel und Rotterdam kam es zu solchen Ausschreitungen.

    Nach der Welle von Krawallen in den Niederlanden wollen Polizei und Politik entschieden gegen eine weitere Ausbreitung der Gewalt vorgehen. Es werde alles getan, um die Schuldigen zur Verantwortung zu ziehen, sagte Regierungschef Mark Rutte am Montag in Den Haag.

    Er verurteilte die Gewalt als «eine reine Gewaltexplosion unter dem Deckmantel von Demonstrieren.» In den vergangenen drei Nächten hatte es teils heftige Ausschreitungen oft im Anschluss an friedliche Corona-Proteste gegeben.

    coronavirus
    Protest in Brüssel gegen die Auflagen zum Coronavirus. - AFP

    Auch der belgische Premierminister Alexander De Croo verurteilte Ausschreitungen nach einer Corona-Demonstration in Brüssel. Das sei «rein kriminelles Verhalten, und das ist absolut widerlich», sagte er dem TV-Sender VRT. «Demonstrieren ist erlaubt, aber die Gewalt ist absolut unakzeptabel.»

    Regierungschef Rutte räumte ein, dass die Corona-Pandemie zu Spannungen in der Gesellschaft geführt habe. Das Demonstrationsrecht sei ein hohes Gut. «Aber ich werde nie akzeptieren, dass Idioten reine Gewalt gegen Hilfs- und Einsatzkräfte gebrauchen mit der Ausrede: Wir sind unzufrieden.»

    Demonstranten attackierten Polizisten

    Schauplätze der Krawalle waren verschiedene Städte und Dörfer im Land. In der Nacht zum Montag randalierten vorwiegend junge Leute etwa im Osten in Enschede und in Groningen im Norden. Dutzende junge Männer hatten sich in Innenstädten versammelt.

    Randalierend zogen sie durch die Strassen, schlugen Schaufenster ein, zerstörten Fahrräder, legten Brände und attackierten Polizisten mit Steinen und Feuerwerkskörpern. Insgesamt waren an drei Nächten mehr als 100 Menschen festgenommen worden. Es gab mehrere Verletzte.

    rotterdam
    Ein ausgebranntes Auto nach einer Corona-Demonstration in Rotterdam. - Keystone

    Die Verwüstungen waren gross, wie auf Fotos und Videos in Medien zeigen. «Städte verändern sich in Kriegsgebiete», titelte De Telegraaf. Es gab zahlreiche Angriffe auf Einsatzkräfte.

    In Rotterdam schossen Polizisten nach eigener Darstellung in der Nacht zum Samstag in Notwehr gezielt auf Menschen. Vier Personen wurden verletzt. In Den Haag warfen Randalierer einen Stein durch das Fenster eines Krankenwagen, der einen Patienten transportierte.

    Ausschreitungen auch in Brüssel

    Auch in der belgischen Hauptstadt Brüssel eskalierte der Protest gegen Corona-Massnahmen am Wochenende. Unter anderem wurden Schaufenster eingeschlagen, Autos beschädigt, Barrikaden angezündet und die Polizei mit Wurfgeschossen attackiert.

    Randalierer lieferten sich Strassenschlachten mit den Sicherheitskräften, die ihrerseits Wasserwerfer und Tränengas einsetzten. Die Polizei sprach von 44 Festnahmen und drei verletzten Polizisten. An dem anfangs friedlichen Protest nahmen nach Schätzungen der Einsatzkräfte rund 35'000 Menschen teil.

    corona
    Tausende demonstrierten am Wochenende in den Niederlanden. - Keystone

    In den Niederlanden hatten nach Angaben der Polizei organisierte Gruppen nach Corona-Protesten in den sozialen Medien zur Randale aufgerufen. Das war auch so im Januar bei den bisher heftigsten Ausschreitungen nach Einführung der abendlichen Ausgangssperre.

    In den Niederlanden steigen Patienten- und Infektionszahlen schnell. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt nun bei etwa 860. Daher wurde ein Teil-Lockdown verhängt.

    Gaststätten und Supermärkte schliessen um 20.00 Uhr, andere Geschäfte um 18.00 Uhr. Für Kultur, Restaurants und Sport gilt die 3G-Regel.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    coronavirus
    202 Interaktionen
    Wegen Massnahmen
    wien
    1'022 Interaktionen
    Corona-Demo in Wien
    201 Interaktionen
    Bei Corona-Demo

    MEHR IN NEWS

    11 Interaktionen
    Bern
    8 Interaktionen
    Berlin
    21 Interaktionen
    Berlin

    MEHR ANGST

    Jeder Schlag beginnt mit Konzentration
    3 Interaktionen
    Mit 18 schon Weltmeister
    Putin angst
    58 Interaktionen
    «Isoliert»
    mailand proteste
    3 Interaktionen
    «Wir hatten Angst»

    MEHR AUS NIEDERLANDE

    Wolodymyr Selenskyj ukraine
    48 Interaktionen
    Den Haag
    Stellantis
    Autokonzern
    Franzisa Knabenreich
    «War steif und kalt»
    gaspreis
    29 Interaktionen
    Amsterdam