In Paris kamen vor sechs Jahren 130 Menschen bei terroristischen Anschlägen ums Leben. Vor einer Woche startete nun der Prozess.
Terroranschläge am 13. November 2015 in Paris
Soldaten riegeln die Pariser Polizeipräfektur ab - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Vor einer Woche begann der Prozess um die Anschlagsserie vor sechs Jahren in Paris.
  • Der Hauptangeklagte meinte, dass sie nichts gegen die Bevölkerung gehabt haben.
  • Bei den islamistischen Anschlägen kamen 130 Menschen ums Leben, 350 wurden verletzt.

Im Prozess um die verheerende islamistische Anschlagserie vor sechs Jahren in Paris hat der Hauptangeklagte das Blutbad mit 130 Toten und 350 Verletzten gerechtfertigt. «Wir haben Frankreich angegriffen, wir haben die Bevölkerung ins Visier genommen, Zivilisten, aber persönlich haben wir nichts gegen sie», sagte der einzige Überlebende des Terrorkommandos, Salah Abdeslam, am Mittwoch, wie der Sender France Info berichtete.

Als der damalige Präsident François Hollande entschieden habe, den Islamischen Staat anzugreifen, habe er gewusst, dass seine Entscheidung Risiken beinhalte. Die Terrormiliz reklamierte die Anschläge später für sich.

130 Tote bei Anschlägen

Obwohl eine Befragung der Angeklagten in dem vor einer Woche begonnenen Prozess erst im November vorgesehen ist, räumte das Gericht ihnen am Mittwoch eine kurze Stellungnahme ein. «Ich weiss, dass meine Worte schockieren können», sagte Abdeslam. «Aber das Ziel ist nicht, das Messer in die Wunde zu stossen.» Das mindeste, was man sagen könne, sei die Wahrheit. Zwei weitere der 14 im Gerichtssaal anwesenden Angeklagten räumten in knappen Worten ein, bei der Vorbereitung der Anschläge geholfen zu haben.

Bei der Anschlagsserie am 13. November 2015 hatten Extremisten insgesamt 130 Menschen getötet und 350 weitere verletzt. Sie richteten ein Massaker im Konzertsaal «Bataclan» an und beschossen Bars und Restaurants im Osten der französischen Hauptstadt. Ausserdem sprengten sich drei Selbstmordattentäter an dem Abend während eines Fussball-Länderspiels zwischen Deutschland und Frankreich am Stade de France in die Luft.

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