Mit dem Winter kommen die kalten Nächte zurück. An Polens Grenze zu Belarus fürchtet man eine Katastrophe. Ohne Hilfe würden tausende bald erfrieren.
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Polnische Soldaten errichten einen Stacheldrahtzaun entlang der polnisch-belarussischen Grenze. Polen hat nach der Verhängung des Ausnahmezustandes an der Grenze zu Belarus hat Polen die betroffenen Ortschaften mit Warnhinweisen markiert. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Hilfsorganisationen warnen vor der Situation an der Grenze zwischen Polen und Belarus.
  • Die frostigen Nächte und tiefen Temperaturen seien eine Gefahr für Migranten.

Hilfsorganisationen haben vor einer humanitären Katastrophe an der polnischen EU-Aussengrenze zu Belarus gewarnt. Angesichts einsetzender Nachtfröste und des herannahenden Winters werde die Lage von Migranten immer kritischer. Dies sagte Maria Zlonkiewicz vom Aktionsbündnis «Gruppe Grenze» der Nachrichtenagentur DPA am Dienstag.

«Wir appellieren an die polnische Regierung, Ärzte und Rettungssanitäter an die Grenze zu lassen. Sonst werden wir im Frühjahr viele Leichen finden.» Zuletzt waren bereits mehrere Menschen im Grenzgebiet gestorben.

Polen baut kilometerlangen Zaun

Die Regierung in Warschau beschuldigt den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko, in organisierter Form Flüchtlinge an die EU-Aussengrenze zu bringen. Lukaschenko hatte Ende Mai angekündigt, dass Minsk Migranten nicht mehr an der Weiterreise in die EU hindern werde. Dies war die Reaktion auf verschärfte westliche Sanktionen gegen die ehemalige Sowjetrepublik.

Polen baut derzeit einen Zaun entlang der 418 Kilometer langen Grenze mit dem östlichen Nachbarland, die auch eine EU-Aussengrenze ist. Am 2. September wurde zudem zunächst für 30 Tage der Ausnahmezustand an einem drei Kilometer breiten Streifen entlang der Grenze verhängt.

Hilfsorganisationen und Journalisten dürfen nicht hinein. Die Regierung erwägt, den Ausnahmezustand um weitere 60 Tage zu verlängern.

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