In Afghanistan ist die Zahl der Binnenflüchtlinge massiv gestiegen. Zwischen Jahresbeginn und Anfang August sind mehr als 550 000 Menschen in dem Krisenland wegen Gefechten aus ihren Städten und Dörfern geflohen. Das geht aus Daten der UN-Agentur zur Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) hervor. Im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum rund 165 000 Binnenflüchtlinge gewesen.
Ein Flüchtlingsmädchen sitzt in einem Bus, der darauf wartet, den Athener Hafen zu verlassen.
Ein Flüchtlingsmädchen sitzt in einem Bus, der darauf wartet, den Athener Hafen zu verlassen. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Vor allem seit Beginn des Abzugs der internationalen Truppen Anfang Mai und dem gleichzeitigen Start mehrerer Offensiven der militant-islamistischen Taliban war die Zahl der intern Vertriebenen hochgeschnellt.

Erst übernahmen die Islamisten Bezirke in ländlichen Gebieten, die Menschen flohen in die Provinzhauptstädte. Als sich die Kämpfe in diese verlegten, flüchteten viele in die Hauptstadt Kabul. Der Grossteil der Binnenflüchtlinge kam den UN-Daten zufolge aus Provinzen im Nordosten.

Zusätzlich zu den in diesem Jahr neu geflüchteten Menschen gelten in Afghanistan fünf Millionen Menschen als Langzeitvertriebene.

Seit der Machtübernahme der Taliban im Land vergangene Woche gibt es keine grösseren Gefechte. Eine Sprecherin von OCHA sagte, es lägen vorläufige Berichte vor, dass einige Binnenvertriebene mittlerweile in ihre Herkunftsgebiete zurückkehrten, beispielsweise innerhalb der Provinz Kandahar. Es ist noch unklar, wie sich die Taliban-Herrschaft auf weitere Fluchtzahlen auswirkt.

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