Zur Eindämmung der Affenpocken wird bei Impfstoffmangel in Deutschland zunächst nur eine Dosis verabreicht.
Sollte es nicht genügend Affenpocken-Impfstoff geben, rät die Stiko, die zweite Dosis zu einem späteren Zeitpunkt zu geben.
Sollte es nicht genügend Affenpocken-Impfstoff geben, rät die Stiko, die zweite Dosis zu einem späteren Zeitpunkt zu geben. - Al Diaz/Miami Herald via ZUMA Press Wire/dpa
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Das Wichtigste in Kürze

  • Zur Affenpocken-Eindämmung wird bei Impfstoffmangel zunächst nur eine Dosis verabreicht.
  • Diesen Entschluss hat die deutsche Impfkommission in einer Mitteilung veröffentlicht.
  • Derzeit würden in dem Land rund 40'000 Impfdosen zur Verfügung stehen.

Die Affenpocken haben sich in kurzer Zeit rund um den Erdball ausgebreitet. In Deutschland sind seit Mitte Mai rund 2200 Fälle gemeldet worden. Die Stiko empfiehlt bestimmten Menschen eine Impfung. Doch was ist, wenn der Impfstoff nicht ausreicht?

Zum Eindämmen der Affenpocken soll laut Ständiger Impfkommission (Stiko) zunächst die erste Dosis des momentan knappen Impfstoffes verabreicht werden. Die für die Grundimmunisierung nötige zweite Dosis könne zu einem späteren Zeitpunkt gegeben werden. Das heisst es in einer Mitteilung der Stiko.

Bisher (Stand Donnerstag) wurden in Deutschland 2191 Affenpockenfälle aus allen 16 Bundesländern ans Robert Koch-Institut (RKI) übermittelt. Eine Impfung zum Schutz vor Ansteckungen wird insbesondere Männern empfohlen, die gleichgeschlechtlichen Sex haben und häufig den Partner wechseln. Auch Menschen, die engen Kontakt zu Infizierten hatten und Personal von Speziallaboren empfiehlt die Stiko die Impfung.

40'000 Dosen verfügbar

Nach Schätzungen des RKI kommen in Deutschland rund 130'000 Menschen für eine Impfung infrage. Momentan stehen in Deutschland nur 40'000 Dosen des Impfstoffs Jynneos zur Verfügung.

alain berset
Affenpockenviren unter dem Mikroskop. - Centers for Disease Control and Prevention/AFP/Archiv

Der Impfstoff sei in den USA unter dem Namen Imvanex zum Schutz vor Affenpocken zugelassen. Die Lieferung von 200'000 weiteren Dosen des Impfstoffes sei für das 3. Quartal des Jahres angekündigt.

Studien zufolge verleihe bereits die erste Impfdosis einen Basisschutz gegen die Affenpocken. Die zweite Dosis, die im Abstand von mindestens 28 Tagen verabreicht werden soll, diene hauptsächlich dazu, den Impfschutz zu verlängern. Die Empfehlung, die zweite Impfung aufzuschieben, beziehe sich sowohl auf die vorbeugende Impfung als auch für bereits infizierte Menschen.