49'000 Migranten haben spanische Grenze nach Ceuta überquert
Tausende Migranten haben die Grenze der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta überquert. Die Aufnahmeeinrichtungen sind völlig überlastet.

Im Überblick
Innert weniger Tage sollen Zehntausende Migranten die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta erreicht haben. Unter den Ankömmlingen befinden sich zahlreiche Minderjährige und Kinder, die Mehrheit der Migranten ist gemäss Behörden-Angaben schwimmend nach Ceuta gelangt.

Für das Gebiet, das nur knapp 85’000 Einwohner zählt, ist der Ansturm gigantisch. Die dortigen Behörden wurden wegen der Überlastung in Alarmbereitschaft versetzt.
Im Nau.ch-Liveticker halten wir dich auf dem Laufenden:
Wie die spanische Zeitung «El País» berichtet, hätten am Freitag Hunderte Migranten Die Rückreise nach Marokko angetreten. Die Personen waren zuvor irregulär in die spanische Exklave gelangt.

Soldaten hätten die Migranten begleitet, schreibt die Zeitung.
Die spanische Regierung hat angekündigt, die marokkanischen Migranten zurückweisen zu wollen.
Territorialminister Ángel Víctor Torres erklärte gegenüber dem Radiosender «La Radio Canaria», Spanien werde die mit Marokko geschlossenen Migrationsabkommen anwenden. «Es wird sichergestellt, dass diese Personen im Rahmen der geltenden Verfahren in ihr Herkunftsland zurückkehren», sagte er.

Torres betonte, dass bei den Rückführungen jeder Fall einzeln geprüft werde. Dabei werde insbesondere zwischen Erwachsenen und Minderjährigen unterschieden. Die Grundrechte der Betroffenen würden dabei gewahrt.
Der französische Innenminister Laurent Nuñez hat angekündigt, die Kontrollen an der Grenze zu Spanien zu verstärken.
Face à la situation constatée dans l’enclave de Ceuta, j’ai, dès hier soir, donné des instructions pour renforcer sans attendre les contrôles à la frontière espagnole. Par ailleurs, j’active la Force Frontière d’intervention rapide pour des contrôles en profondeur.
— Laurent Nuñez (@NunezLaurent) July 31, 2026
Schnelleinsatz-Grenzschutztruppe würden für gründliche Kontrollen aktiviert.
Italiens rechte Ministerpräsidentin Giorgia Meloni schrieb auf der Plattform X, Italien werde «nicht tatenlos zusehen».

Man wolle die zuständigen Gremien einberufen und in der Folge möglicherweise auch mit aussergewöhnlichen Massnahmen eingreifen, «um die Grenzen und die Sicherheit der Bürger zu verteidigen, etwa durch die Aussetzung des Schengen-Raums mit Spanien.»
Damit dürften Grenzkontrollen gemeint sein. Details nannte Meloni nicht. Italien und Spanien haben keine gemeinsame Grenze.
Laut Angaben des spanischen Innenministeriums sind in den vergangenen 24 Stunden rund 49’000 Migranten nach Ceuta gelangt.

Laut Schätzungen sollen 7000 davon noch minderjährig sein.
Auch in der zweiten spanischen Nordafrika-Exklave Melilla haben Hunderte Migranten die Grenze überwunden.
Etwa 400 Menschen seien über zwei Grenzübergänge von Marokko aus auf dem Landweg und über einen Damm im Süden der Stadt in das Gebiet gelangt, sagte der Präsident der autonomen Stadt, Juan José Imbroda, dem Radiosender Cope am Donnerstagabend. Die Sicherheitskräfte hätten die Lage unter Kontrolle gehalten.

In der 250 Kilometer westlich gelegenen Exklave Ceuta ist die Lage weiter angespannt. Schätzungen aus Polizeikreisen zufolge könnten innerhalb weniger Tage mehr als 20.000 Menschen aus Nordafrika überwiegend schwimmend nach Ceuta gelangt sein, wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtete. Mindestens 16 Menschen seien bereits tot aus dem Wasser geborgen worden.

In der Nacht auf Freitag übernachteten in Ceuta hunderte junge Migranten auf den Strassen, wie eine Reporterin der Zeitung «El País» berichtete. Viele von ihnen trügen kaum etwas am Leibe. In der Nacht und auch am Freitagmorgen kamen dem Bericht zufolge weiter Hunderte Menschen über die Grenze.












