Rund 11'000 Gerichtsfälle müssen in Dänemark überprüft werden, weil Verurteilungen im Zusammenhang mit fehlerhaften Standortdaten gefällt worden sind.
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Als Beweismittel eingesetzte Mobilfunkdaten waren möglicherweise fehlerhaft. - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • In Dänemark kamen über Jahre hinweg fehlerhafte Beweismittel vor Gericht.
  • Erst in diesem Jahr wurde die Ursache entdeckt und behoben.
  • Betroffen waren standortbezogene Mobilfunkdaten.

In dänischen Gerichtsprozessen wurden gemäss einem Bericht der «New York Times» fehlerhafte Mobilfunkdaten verwendet. Genauer: Eine Software der Polizei, welche die Daten der Telekomanbieter ausliest und interpretiert, funktionierte nicht richtig. Dadurch ergab sich ein inkorrektes Bild der Aufenthaltsorte von Personen.

So wurden möglicherweise Unschuldige mit Tatorten in Verbindung gebracht, ohne dass sie sich in der Nähe aufgehalten hatten. «Unser Vertrauen ins Rechtssystem ist erschüttert», sagt Justizminister Nick Haekkersup in einer Stellungnahme. Auch der Generalstaatsanwalt Dänemarks, Jan Reckendorff, sieht die Sache kritisch: «Es ist ein sehr, sehr ernster Fall. Wir können nicht mit fehlerhaften Daten leben, die Menschen ins Gefängnis bringen», sagte er.

Der Missstand wurde bereits vor mehreren Monaten von der Polizei entdeckt. Im März wurde er behoben. Trotzdem wurde die Verwendung von Telekomdaten als Beweismittel vorläufig untersagt.

Das Justizministerium hat jetzt viel zu tun: Etwa 10'700 Gerichtsentscheidungen müssen nachträglich überprüft werden. Vom technischen Fehler betroffene Fälle reichen bis ins Jahr 2012 zurück.

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