Das KI-System GPT-3

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Bern,

Der GPT-3 erzeugt einen Innovationsschub für Sprachanwendungen von Künstlicher Intelligenz.

computer tastatur servicenow
Eine Computer-Tastatur. (Symbolbild) - sda - KEYSTONE/EPA/JOERG CARSTENSEN

Seit Kurzem bietet das Projekt Open AI den GPT-3 zur freien Verwendung an. Damit tritt ein Tool an die Öffentlichkeit, das die Produktion von Texten aller Art geradezu revolutioniert. Diese dritte Version des «Generated Pre-trained Transformer» kann sein neuronales Netz mittels Deep Learning sprachlich selbst trainieren.

Mit der Methode der Sequenztranduktion wählt er aus einem immensen Fundus an Textwissen jeweils die statistisch wahrscheinlichste Wortkombination aus, die zu einer Texteingabe passt. Dafür stehen ihm 175 Milliarden Parameter und rund eine Trillion Wörter zur Verfügung, die er sich mit 45 Terabytes Text antrainiert hat.

Er kennt also das Internet sozusagen auswendig, deshalb weiss er auf fast alles eine Antwort, mitunter eine überraschende. Die Eingabe «Trittst im Morgenrot daher» ergibt ein gänzlich neues Gedicht mit den Zeilen «Wie ein Bräutigam aus Eden, / So strahlend, warm und hehr, / Kommst du, Sonne, aus den Wolken her.»

Ist diese Überraschung nun kreativ oder bloss zufällig? Sicher ist nur, dass der GPT-3 nicht weiss, dass er eine intendierte Antwort, die Landeshymne, verweigert hat. Im Unterschied zum sokratischen Menschen weiss er nicht, dass er nicht weiss. Daher gleicht er schnell einem Hochstapler, der im Brustton der Überzeugung irgendwas erwidert. Wir tun also gut daran, uns im Umgang mit diesem blendenden, versierten und zugleich arg limitierten Textgenerator wachsam zu bleiben.

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