China-Apps bombardiert: Schüler rebellieren gegen Heimunterricht

    Alexander König
    Alexander König

    China,

    Wer in China nicht in die Schule darf, wird unter Umständen via App unterrichtet. Das passt betroffenen Schülern ganz und gar nicht.

    Robert Koch-Institut
    Die Kamera eines Smartphones zeigt auf eine Person im Schutzanzug. (Symbolbild) - Pixabay

    Das Wichtigste in Kürze

    • In China stehen Millionen Menschen unter Quarantäne.
    • Lehrer unterrichten ihre Schüler darum via App.
    • Das geht diesen gegen den Strich: Eine virtuelle Widerstandsbewegung macht sich breit.

    In China müssen wegen des Coronavirus Millionen Schüler zu Hause bleiben. Die Freude war bei vielen gross. Doch die vermeintlichen Zwangsferien entpuppten sich als schlichte Verlagerung der Schule. Denn damit der Unterricht nicht ausfällt, weichen immer mehr Lehrer auf digitale Lösungen aus.

    Beispielsweise das chinesische WhatsApp-Pendant WeChat erfreut sich im Bildungssektor zunehmender Beliebtheit. Aber auch Anwendungen, die eigentlich für den Unternehmenseinsatz konzipiert worden sind, kommen zum Zug: Die App DingTalk beispielsweise erhielt via Update speziell auf den Schulunterricht ausgerichtete Features.

    Etwa die Hausaufgabenbewertung und das Streaming von Schulstunden soll damit besonders einfach sein. Mittlerweile nutzen mehr als 600'000 Lehrer und 50 Millionen Schüler die App.

    Dingtalk Handy iPhone
    Zwei iPhones führen DingTalk aus. - Screenshot / DingTalk

    Hartnäckiger Widerstand

    Dass der Unterricht weiter geht, stösst den Schülern jedoch sauer auf. Wie «Technode» berichtet, formierte sich daraufhin eine Art Résistance. So bombardierten Schüler die App mit 1-Stern-Bewertungen. Dies im Google Play Store, App Store wie auch in diversen China-App-Plattformen.

    Der Gedanke dahinter: Schlecht bewertete Apps werden oftmals aus dem Angebot von App-Plattformen entfernt. Diesen Umstand wollten sich die Schüler zunutze machen.

    Miserable App-Bewertung

    Ohne Erfolg. Zwar bewirkten die Schüler, dass die Gesamtbewertung der App zeitweise auf 1,4 Sterne sank, doch wurde DingTalk bisher nirgends entfernt. Das wird sich wohl nicht ändern, denn viele Unternehmen sind von der App abhängig.

    Die App-Entwickler reagierten bereits mit einem Video, das mittlerweile viral ging: Darin entschuldigten sie sich bei den Schülern dafür, dass diese in ihren «Ferien» arbeiten müssten.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Berlin
    China Coronavirus Zensur
    14 Interaktionen
    Seit 1. Januar
    iPad iOS 14 Maus
    Laut neuem Leak

    MEHR IN NEWS

    Man muss die Eltern kritisieren, nicht die Kinder!
    139 Interaktionen
    Schweigepfad-Lärm
    Pedro Sanchez
    Nach Wohn-Zoff
    KI
    5 Interaktionen
    Gefahr
    Baden AG
    1 Interaktionen
    Baden AG

    MEHR AUS CHINA

    Djokovic
    3 Interaktionen
    Zverev gebodigt
    1 Interaktionen
    Peking/Washington
    DeepSeek
    3 Interaktionen
    TileLang
    7 Interaktionen
    Peking