Taifun Dolphin zwingt eine Million Menschen zur Flucht
Taifun Dolphin trifft Ostchina mit voller Wucht. Über eine Million Menschen fliehen, Schanghai steht still.

Taifun Dolphin trifft Ostchina mit bis zu 150 km/h und löst Massenevakuierungen aus. Die Metropole Schanghai steht still.
China gab im Vorfeld die höchste Warnstufe aus, wie der «ORF» berichtet. Dolphin gilt als der bisher stärkste Taifun des Jahres in China.
Am Sonntag traf Dolphin zuerst die ostchinesische Provinz Zhejiang mit Windgeschwindigkeiten von 150 km/h, wie die «Stuttgarter Zeitung» meldet. Wenig später zog der Sturm nahe Yueqing ein zweites Mal über die Küste.
Taifun Dolphin: Schanghai im Ausnahmezustand
Auf den Flughäfen Pudong und Hongqiao wurden laut «ORF» rund 950 Starts und Landungen am Montag gestrichen. Das entspricht knapp 40 Prozent der geplanten Flüge an diesem Tag.
Vier U-Bahn-Linien wurden vollständig eingestellt, andere Linien auf Kurzstrecken reduziert. Die Behörden riefen die Bevölkerung der Millionenmetropole auf, von zu Hause aus zu arbeiten.
Touristenattraktionen wie Disneyland und Legoland blieben geschlossen, berichtet der «ORF». Bilder in Staatsmedien zeigten überflutete Geschäfte und Menschen, die knietief durchs Wasser wateten.
Evakuierungen und vermisste Personen
In der Provinz Zhejiang wurden insgesamt 900'000 Menschen in Sicherheit gebracht, wie der «ORF» schreibt. Über tausend Notunterkünfte wurden dafür errichtet.
In der Küstenprovinz Fujian wurden laut «Stuttgarter Zeitung» fast 99'000 Menschen aus Risikogebieten evakuiert. Dutzende Fährverbindungen sowie mehr als 100 Bauprojekte vor der Küste wurden gestoppt.
Mehrere Medien berichteten über einen vermissten Neunjährigen in Zhejiang, der ins Meer gerissen worden sein soll. Offizielle Angaben zu Todesopfern in China lagen zunächst nicht vor, wie der «ORF» meldet.
Auswirkungen weit über China hinaus
Taifun Dolphin legte laut «ORF» insgesamt 6000 Kilometer zurück, bevor er auf Land traf. Das ist dreimal mehr als bei einem durchschnittlichen Taifun, wie der staatliche Sender CCTV berichtete.
Auf den Philippinen kamen bei Überschwemmungen und Erdrutschen 15 Menschen ums Leben. In Japan verursachte Dolphin am Wochenende Stromausfälle und hinterliess mehrere Verletzte.

In Hongkong sorgte Taifun Dolphin für einen Hitzerekord: Die Wetterbehörde mass 36,9 Grad Celsius. Das ist der heisseste seit Messbeginn im Jahr 1884.
Weiterer Regen erwartet
Auch die Hauptstadt Peking bereitet sich auf Unwetter vor. Fünf Stadtbezirke warnten vor Erdrutschen und Überschwemmungen, wie der «ORF» berichtet.
Taifun Dolphin soll sich weiter ins Landesinnere in nordwestlicher Richtung bewegen und dabei an Stärke verlieren, wie «Südtirol News» schreibt. Starke Niederschläge werden bis Donnerstag in Zhejiang, Schanghai und weiteren Provinzen erwartet.
Fachleuten zufolge führt der menschengemachte Klimawandel zu häufigeren, längeren und stärkeren Extremwetterereignissen, so die «Stuttgarter Zeitung». Erst zwei Wochen zuvor hatte Taifun «Noul» Teile Südchinas verwüstet.












