Nancy Pelosi reist nach Taiwan – China lässt die Säbel rasseln. Droht nach der russischen Invasion der Ukraine ein weiterer Krieg? Ein Experte ordnet ein.
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Prochinesische Demonstranten protestieren gegen den Besuch von Nancy Pelosi in Taiwan. - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Nancy Pelosi, die dritthöchste Amerikanerin, ist nach Taiwan gereist.
  • Für Peking eine Provokation – die Regierung droht mit militärischen Massnahmen.
  • China erkennt Taiwan nicht als Staat an und sieht die Insel als Teil der Volksrepublik.

Taiwan hat hohen Besuch aus den USA erhalten: Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi ist am Dienstag in Taipeh gelandet – sehr zum Zorn Pekings, das den Inselstaat nicht anerkennt. Als Reaktion auf die Reise hat die Regierung mit militärischen Massnahmen gedroht und grosse Manöver durchgeführt.

Nach dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs dürften nach diesen Nachrichten bei vielen die Alarmglocken schrillen. Steht die nächste Invasion bevor? Nau.ch hat mit China-Experte Ralph Weber von der Universität Basel gesprochen.

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Nancy Pelosi, die dritthöchste Amerikanerin, ist ohne Joe Bidens Segen nach Taiwan gereist.
China
In Peking kommt der Besuch nicht gut an.
Taiwan
Das chinesische Aussenministerium nannte die Reise ein «sehr gefährliches Spiel mit dem Feuer».

«Ein Krieg ist für alle Seiten, für die USA, für China wie für Taiwan, kein wünschbares Szenario. China und Taiwan sind wirtschaftlich eng verstrickt», sagt er über die Spannungen nach der Anreise von Nancy Pelosi.

Allerdings: «Eine Invasion steht zwar aufseiten der Volksrepublik China für die Zukunft durchaus auf der Agenda, käme aber sicherlich zu früh.»

Wohl «keine Eskalation» wegen Nancy Pelosi

Die aktuelle Situation ist eher ein politischer Balanceakt als der Beginn eines Einmarschs: China und die USA müssen sich laut Weber derzeit innen- und aussenpolitisch beweisen.

«Man versucht, so viel Stärke wie nötig zu zeigen, dabei aber nicht eine Eskalation zu bewirken. Es wird interessant sein, zu beobachten, ob China nach den stattfindenden Militärübungen mit scharfer Munition und Truppenzusammenzügen weitergehende Aktionen wagt.»

In Xiamen markieren chinesische Panzer am Strand Präsenz. - Twitter /@BangXiao_

Krieg «hätte Potenzial, sich global auszubreiten»

Sollte der Konflikt in Taiwan doch zu einem Krieg ausarten, würde das auch die Schweiz zu spüren bekommen. «Ein solcher Krieg hätte enorme Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und hätte ein grosses Potenzial, sich global auszubreiten», warnt Weber.

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China-Experte Ralph Weber von der Universität Basel. - Universität Basel

«Für die Schweiz würde der Druck enorm hoch werden, zwischen den streitenden Grossmächten Seite beziehen zu müssen. Die Neutralität würde weiter unter Druck geraten.»

Glauben Sie, dass China Taiwan angreifen wird?

Und: Ein Krieg mit Beteiligung der USA hätte Auswirkungen auf die Situation in der Ukraine. «China und Russland würden sicherlich noch enger zusammenstehen», glaubt Weber. Ihm zufolge hätte ein so einschneidendes Ereignis in der Weltpolitik «ungeahnte Konsequenzen».

Dennoch: «Man darf aber nicht hysterisch werden», relativiert der China-Experte. «Derzeit spielt sich in dieser Taiwan-Krise alles in etwa so ab, wie es bei der letzten Krise 1995/96 passiert ist.»

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