Fälle von Tierqual sorgen in China zunehmend für Aufschrei

Keystone-SDA
Keystone-SDA

China,

Fälle grausamer Tierquälerei sorgen in China seit einigen Wochen immer wieder für öffentliche Bestürzung bis hin zu seltenen Protesten. In dieser Woche begann die Polizei laut Medienberichten in Changzhou in der ostchinesischen Provinz Jiangsu gegen einen Mann zu ermitteln, nachdem in einem Park drei brutal misshandelte Strassenkatzen entdeckt worden waren.

büsi
Fälle grausamer Tierquälerei sorgen in China seit einigen Wochen immer wieder für öffentliche Bestürzung bis hin zu seltenen Protesten. (Symbolbild) - keystone

Weiter nördlich in der Provinz Shandong nahm die Polizei in Laizhou zwei Männer fest, die Katzen gestohlen haben sollen, wie die Behörde mitteilte. Laut dem Nachrichtenportal «Beijing News» hatten Freiwillige zuvor einen Lastwagen gestoppt, der Hunderte Katzen an Bord hatte, die in kleinen Käfigen auf engstem Raum verstaut worden waren, wie ein Video zeigte.

In China sorgen solche Fälle zunehmend für Empörung. Seit Wochen hallt etwa der Fall um die Strassenhündin «Wang Wang» nach. Ende Juni hatten vier Jugendliche in Jieyang in der südchinesischen Provinz Guangdong gefilmt, wie sie die in der Nachbarschaft bekannte Hündin mit Stöcken schlugen und sie anzündeten.

Die Lokalregierung teilte später mit, dass die vier unter 14-Jährigen in eine Sondererziehungseinrichtung überstellt worden waren. Videos der Tat sind in Chinas staatlich kontrollierten sozialen Medien noch vereinzelt zu finden. Doch grosse Staatsmedien wie das chinesische Staatsfernsehen berichteten nicht darüber.

Doch «Wang Wang» erscheint noch täglich, etwa auf Xiaohongshu, dem chinesischen Instagram, oder Weibo, Chinas Pendant zur Onlineplattform X. «Stoppt Tierquälerei» war dort weiterhin neben KI-generierten Fotos von «Wang Wang» und zahlreichen Beiträgen mit Unverständnis über die Tat zu lesen.

China hat bislang kein landesweites Tierschutzgesetz. Aktivisten fordern dies schon länger. Wirtschaftliche Bedenken über Auswirkungen für die Viehzucht in der Landwirtschaft gelten laut Experten allerdings als Hürden. Zwar gibt es Gesetze, etwa zum Schutz von Wildtieren. Haustiere gelten aber rechtlich als Eigentum, weshalb für Quälerei keine Strafen, sondern zum Beispiel Schadenersatzforderungen drohen. Die Strafen fallen also gering aus, selbst wenn jemand ein Haustier tötet.

Im Mai hatte der Tod des in den sozialen Medien bekannten Border Collies «Chutou» in der zentralchinesischen Provinz Henan eine strafrechtliche Ermittlung wegen seines kommerziellen Wertes nach sich gezogen. Seinem Besitzer zufolge soll ein Mann den Hund gestohlen und an ein Restaurant verkauft haben, wo er schliesslich geschlachtet wurde.

Dennoch könnte der Druck auf die Politik, mehr für Tierschutz zu unternehmen, steigen. Zuletzt sorgten Fälle von Tierquälerei für Unruhe in Teilen der Bevölkerung, worauf die chinesische Regierung in der Regel sehr empfindlich reagiert. Im Juni hatte ein Fall im südwestchinesischen Chongqing international Schlagzeilen gemacht. Die Behörden nahmen einen Mann fest, dem sie vorwarfen, unter falschen Vorgaben Welpen adoptiert und diese dann missbraucht oder getötet zu haben.

Zuvor hatten Videos der Tat im Internet die Runde gemacht, woraufhin Hunderte Menschen vor dem Wohnhaus des 39-Jährigen demonstrierten. Dabei kam es auch zu Zusammenstössen mit der Polizei, wie auf Videos zu sehen war.

Haustiere würden in vielen chinesischen Haushalten mittlerweile als Familienmitglieder angesehen, schrieb die US-Nichtregierungsorganisation Freedom House in ihrem jüngsten Quartalsbericht zu Protesten in China. Tierquälerei rufe in China heute starke Reaktionen hervor. Dennoch bestehe eine Lücke im Recht gegen Tierquälerei. «Diese Lücke hat die öffentliche Empörung in Chongqing wahrscheinlich noch verstärkt», hiess es weiter.

Kommentare

User #6340 (nicht angemeldet)

Der Aufschrei hier ist wieder mal typisch für die westliche Denkweise. Im asiatischen Raum gehören Katzen und Hund bereits seit Jahrhunderten zum Speiseplan wie bei uns Hühner und Schafe. Der Westen will einfach nicht wahrhaben und akzeptieren, dass es noch mehr auf der Welt gibt als seine engstirnige auf falscher Moral basierende Denkweise.

User #1763 (nicht angemeldet)

Was, in China kennen auch "nicht", das Recht des Tierschutzes, dass Tier ist keine Sache mehr. Regierung ist das egal..., pfui.? Glauben schenken, in vielen Haushalten, oder Familien hat ein Haus-tier, zuvor gelesen, zb. Hund, Katze hält?

Weiterlesen

Autos
304 Interaktionen
Zoff
mattia
135 Interaktionen
Rohmilch

MEHR IN NEWS

Thermometer
Über 30 Grad
skitour
Meiringen BE
asd
Graubünden

MEHR AUS CHINA

china
10 Interaktionen
800 km/h
hitze
157 Interaktionen
Studie
c919
16 Interaktionen
Peking