Drogen

    Botox soll bald gegen Nervenschmerzen helfen

    Yannick Stay
    Yannick Stay

    Grossbritannien,

    Wissenschaftler glauben, ein Mittel gegen chronischen Nervenschmerz entwickeln zu können. Dazu benötigen sie das Protein, woraus auch Botox besteht.

    Allergan Abbvie
    Botox - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Forschende melden, dass ein bestimmtes Protein als Schmerzmittel dienen könnte.
    • Aus diesem Protein besteht auch der Falten-Killer Botox.
    • Das Mittel soll Patienten mit chronischen Nervenschmerzen langfristig helfen.

    Botox ist innerhalb der Gesellschaft oft verpönt als letztes Mittel, zu dem alternde Prominente greifen, um «jung zu bleiben». Beim ein oder anderen Star hat dies auch schon sichtbare Spuren hinterlassen. Ganz ohne Risiken ist die Spritze ebenso nicht. Zu grosse Mengen an Botox können temporäre Muskellähmungen verursachen.

    face filler
    Seit den 1990er-Jahren lassen sich immer mehr Menschen mit Fillern wie Botox behandeln. (Symbolbild) - keystone

    Jetzt könnten Forschende dem Falten-Killer aber möglicherweise zu einem besseren Image verhelfen. In einer Studie, die im Journal «Life Science Alliance» publiziert wurde, berichten Wissenschaftler aus den USA und Grossbritannien von positiven Tests mit dem Mittel bei der Bekämpfung von chronischen Nervenschmerzen. Dieses Phänomen ist auch bekannt als Neuropathischer Schmerz. Es ist prävalent in etwa sieben bis zehn Prozent der Bevölkerung.

    Botox könnte Schmerzen langfristig lindern

    Eine modifizierte Version des Botox-Proteins Botulinumtoxin hat positive Resultate in Tests geliefert. Dr. Maria Maiaru von der University of Reading sagte: «Diese neuen Botulinum-Moleküle sind effektiv darin, Schmerz-ähnliches Verhalten in menschlichen Schmerzmodellen zu reduzieren.» Dadurch könne es möglich werden, ein Schmerzmittel zu entwickeln, welches die Lebensqualität von Millionen Menschen verbessern könnte.

    Leiden Sie an einer chronischen Krankheit?

    Der Vorteil an dem neuen veränderten Molekül sei, dass es keine toxische Wirkung habe. Bei Tests mit Ratten sei es zu keinen Lähmungen gekommen. Im Vergleich zu derzeitigen Behandlungen könnte die neue Methode Schmerzen für mehrere Monate reduzieren.

    Fentanyl
    Neben Morphin wird auch Fentanyl aktuell verwendet zur Bekämpfung von chronischen Nervenschmerzen. (Symbolbild) - keystone

    Aktuell werden für solche Therapien die Drogen Morphin und Fentanyl genutzt. Aufgrund der hohen Suchtgefahr können diese aber nur kurzzeitig verabreicht werden. Entsprechend kurz ist die Wirkung.

    Bald soll ein entwickeltes Mittel getestet werden

    Professor Bazbek Davletov von der University of Sheffield war Leiter der Studie und sagte: «Eine einzige Injektion des neuen nicht-paralysierenden Blockers an der Schmerzstelle könnte den Schmerz möglicherweise für mehrere Monate in Menschen reduzieren. Dies muss nun getestet werden.»

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