Regierungschef

    Zweite Wahlrunde: Thailand sucht weiter einen Regierungschef

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    Thailand,

    In Thailand wählt das Parlament zum zweiten Mal den Ministerpräsidenten. Im ersten Wahlgang verlor der progressive Wahlgewinner wegen Militär-Senatoren.

    Pita Limjaroenrat (M), Vorsitzender der Move Forward Party, und Chonlanan Srikaew (l), Vorsitzender der Pheu Thai Partei, sprechen nach einem Treffen mit Reportern.
    Pita Limjaroenrat (M), Vorsitzender der Move Forward Party, und Chonlanan Srikaew (l), Vorsitzender der Pheu Thai Partei, sprechen nach einem Treffen mit Reportern. - Sakchai Lalit/AP

    Das Wichtigste in Kürze

    • Wahlsieger Pita Limjaroenrat versucht heute erneut, Ministerpräsident Thailands zu werden.
    • Im ersten Wahlgang scheiterte er an den vom Militär eingesetzten Senatoren.
    • Der progressive Politiker will unter anderem die Majestätsbeleidigung reformieren.

    In Thailand steht ein spannender Tag im Parlament bevor: Der pro-demokratische Wahlsieger Pita Limjaroenrat will zum zweiten Mal versuchen, sich zum Ministerpräsidenten wählen zu lassen.

    Beim ersten Votum in der vergangenen Woche war er gescheitert, obwohl er mit seiner Koalition aus acht Parteien über eine stabile Mehrheit in der Abgeordnetenkammer verfügt.

    Vom Militär ernannte Senatoren bestimmen mit

    Grund ist eine Besonderheit der Verfassung: Über den Regierungschef stimmen neben den 500 gewählten Abgeordneten auch 250 vom Militär ernannte Senatoren ab. Diese gelten als konservativ, nur die wenigsten unterstützen progressive Kräfte.

    Pita Limjaroenrat
    Unterstützer von Pita Limjaroenrat neben einem Bild von König Maha Vajiralongkorn bei einem Protest. - keystone

    Medienberichten und politischen Beobachtern zufolge wollen einige Senatoren nun sogar verhindern, dass Pita überhaupt erneut antreten darf. Sie argumentieren, ein Kandidat dürfe sich nur einmal zur Wahl stellen. Heute Morgen (Ortszeit) war deshalb noch nicht klar, ob es im Laufe des Tages zu einer Abstimmung kommt.

    Majestätsbeleidigung im Mittelpunkt

    Knackpunkt für viele konservative Politiker ist das Vorhaben von Pitas progressiver Partei Move Forward Party, das kontroverse Lèse-Majesté-Gesetz zu ändern. Thailand bestraft durch das Gesetz Majestätsbeleidigung so hart wie kaum ein anderes Land. Bislang galt der Artikel 112 aber als unantastbar. Viele Senatoren verweigern Pita wegen dessen Reformplänen die Stimme.

    Sollte der Harvard-Absolvent erneut im Parlament scheitern, ist für morgen eine dritte Abstimmung geplant. In diesem Fall wird voraussichtlich Pitas wichtigster Koalitionspartner – die Partei Pheu Thai – einen Kandidaten aufstellen. Die Move Forward Party hatte bei der Parlamentswahl im Mai die meisten Stimmen geholt und verfügt über 151 Sitze im Abgeordnetenhaus. Die zweitplatzierte Pheu Thai kommt auf 141 Sitze.

    Nach einem Bericht der Zeitung «Bangkok Post» könnte sich Pheu Thai aber auch gänzlich von Pita abwenden und mit etablierten Parteien, die bislang an der Macht waren, eine neue Koalition bilden. «Wir können nicht alles gewinnen, aber in diesem Fall würden wir auch nicht alles verlieren», zitierte das Blatt einen Partei-Quelle.

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