Zuckerfest in Gaza: Hoffnung auf ruhigere Zeiten
Nach dem Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan versuchen die Palästinenser im Gazastreifen, trotz noch immer schwieriger Umstände das Fest des Fastenbrechens zu feiern.

«Die Kinder im Gazastreifen haben während des Krieges sehr schwere Zeiten durchgemacht. Wir versuchen, ihnen kleine Momente des Glücks zu schenken», sagt Hadi Kamal der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit Blick auf das Eid al-Fitr.
Viele Menschen in der Region haben Angehörige bei den Kämpfen zwischen Israels Armee und der Terrororganisation Hamas verloren. Hunderttausende leben in provisorischen Unterkünften. Seit 10. Oktober vergangenen Jahres herrscht eine Waffenruhe in dem Krieg, der am 7. Oktober 2023 mit dem Hamas-Massaker in Israel begonnen hatte. Seitdem gibt es zwar weiterhin einzelne, auch tödliche Zwischenfälle, aber zuletzt keine grossen Angriffe mehr.
Hadi Kamal erzählt, er sei mit seinen Kindern im Alter zwischen vier und zwölf Jahren auf einen Markt gegangen, um ihnen dort – wie für das sogenannte Zuckerfest üblich – Kleidung und ein paar Süssigkeiten zu kaufen. «Damit sie die Freude des Eid-Festes spüren können.» Die Familie plant für das Fest nach Angaben des 38-Jährigen auch ein Treffen mit Verwandten und einen Spaziergang am Meer.
Ahmed Schihada feiert das Zuckerfest mit seinen Angehörigen in einem Zelt in Deir al-Balah, in dem die Familie untergekommen ist. «Die Kinder haben kleine Dekorationen im Zelt aufgehängt», berichtet der 45-Jährige. Seine Frau bereite mit einfachen Zutaten Süssigkeiten zu.
«Früher haben wir bei uns zu Hause gefeiert, und den ganzen Tag über sind Verwandte zu Besuch gekommen», sagt Schihada. Ihr Haus in Rafah sei bei den Kämpfen jedoch schwer beschädigt worden. Trotz der noch immer schwierigen Lebensumstände seien er und seine Familie aber dankbar dafür, dass es keine Angriffe mehr gebe: «Für uns in Gaza ist es schon ein Segen, am Morgen von Eid ohne Bombenlärm aufzuwachen.»
Suhair Alaiwa (41) aus der Stadt Gaza berichtet von regem Betrieb auf den Märkten im Gazastreifen vor Beginn des Fests. Im vergangenen Jahr hatte statt geschäftigen Treibens noch überwiegend Stille geherrscht. Alaiwa sagt, viele Menschen könnten sich aber kaum etwas leisten.
Der Familie sei es vor allem wichtig, das Fest des Fastenbrechens zusammen zu verbringen. Geschenke und Essen seien zweitrangig. «Nach allem, was die Menschen hier durchgemacht haben, hoffen wir, dass dieses Eid-Fest den Beginn einer ruhigeren Zeit markiert.»










