Zahlreiche Tote bei Drohenangriff auf belebten Markt im Sudan

    Keystone-SDA
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    Sudan,

    Bei einem Drohnenangriff auf einen belebten Markt im Sudan sind nach Angaben der medizinischen Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) mindestens 36 Menschen ums Leben gekommen. Sudanesische Streitkräfte hätten am Montagabend einen Markt in Nyala, der Hauptstadt von Süd-Darfur angegriffen und «verheerende Zerstörung» angerichtet, teilten MSF mit. Ein zweiter Drohnenangriff habe einem Wohngebiet gegolten.

    ARCHIV - ARCHIV. Ein zerstörtes Auto steht vor einem Haus voller Einschüsse. Jetzt sind zahlreiche Zivilisten bei einem Drohnenangriff auf einen Marktplatz ums Leben gekommen. Foto: M...
    ARCHIV - ARCHIV. Ein zerstörtes Auto steht vor einem Haus voller Einschüsse. Jetzt sind zahlreiche Zivilisten bei einem Drohnenangriff auf einen Marktplatz ums Leben gekommen. Foto: M... - Keystone/dpa/Mudathir Hameed

    Das von MSF unterstützte Nyala Teaching Hospital habe bislang 36 Leichen aufgenommen, von denen 21 Zivilkleidung trugen. Zudem seien in der Notaufnahme mehr als 150 Verletzte behandelt worden, viele davon mit Splitterwunden und schweren Verbrennungen, darunter auch Frauen und Kinder. Märkte, Wohnhäuser und wichtige zivile Infrastruktur dürften keine Ziele der Konfliktparteien sein, forderten MSF.

    Ein Sprecher der paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF), die seit mehr als drei Jahren gegen die sudanesischen Streitkräfte (SAF) kämpfen, sprach von 188 getöteten Zivilisten und 356 Verletzten. Die SAF äusserte sich zu dem Angriff nicht.

    Immer wieder Drohnenangriffe auf Märkte

    Bereits am 16. Oktober waren bei einem ähnlichen Drohnenangriff auf einen anderen Marktplatz in Nyala mindestens vier Menschen getötet und viele weitere verletzt worden. Auch in der Region Abyei an der Grenze zum Südsudan war es kürzlich zu Angriffen auf einen Markt mit mindestens 80 Toten gekommen. Die Staaten des UN-Sicherheitsrats haben die Aufklärung der Vorfälle gefordert. Nach UN-Angaben trafen Drohnen in den vergangenen Tagen zudem mehrere Orte in der Hauptstadt Khartum, darunter ein Gebiet in der Nähe des Flughafens. Auch von Drohenangriffen in den Bundesstaaten West-Darfur, Süd-Darfur und Nord-Kordofan wurde berichtet.

    Über tausend getötete Zivilisten bei Drohnenangriffen

    Eine steigende Zahl von Drohneneinsätzen haben das Kriegsgeschehen im Sudan in diesem Jahr dramatisch verändert. Insgesamt kamen nach Angaben des UN-Menschenrechtsbüros OHCHR allein in der ersten Jahreshälfte mindestens 1.120 Zivilisten in dem Staat am Horn Afrikas durch Drohnenangriffe ums Leben. Das entspreche 80 Prozent aller getöteten Zivilisten, die das OHCHR in der Zeit dokumentieren konnte. Für die Angriffe werden beide Kriegsparteien verantwortlich gemacht.

    Im Sudan herrscht seit April 2023 Krieg zwischen der RSF und dem Militär. In den inzwischen dreieinhalb Jahren der Kämpfe wurden Zehntausende Menschen getötet und mehr als 14 Millionen Menschen vertrieben. Der Krieg hat eine der schwersten humanitären Krisen weltweit ausgelöst.

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