WHO warnt: Bis 2030 fehlen weltweit über 11 Mio. Gesundheitskräfte
Ärzte, Pflegende und Hebammen werden knapp, während der Bedarf steigt. Besonders stark trifft der Personalmangel Afrika und ärmere Regionen.

Das Wichtigste in Kürze
- Die WHO warnt bis 2030 vor einer Lücke von 11,1 Millionen Gesundheitskräften.
- Weltweit arbeiten derzeit gut 70 Millionen Menschen im Gesundheitswesen.
- Viele Ärztinnen und Ärzte sind über 55 und gehen bald in Pension.
Das Gesundheitspersonal altert rapide, nicht genügend junge Menschen kommen nach: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor einer Lücke von 11,1 Millionen Ärztinnen, Ärzten, Hebammen, Apothekern und Pflegepersonal bis 2030.
Die Zahl der Aktiven weltweit beziffert die WHO mit gut 70 Millionen. In den vergangenen 20 Jahren ist die Zahl von 44,8 pro 10’000 Menschen auf 67,9 gestiegen.
Ärzteschaft altert weltweit
Weltweit sei ein Viertel der Ärzteschaft über 55 Jahre alt, in Ländern mit hohen Einkommen sogar jeder Dritte, so die WHO.
Sie dürften sich in den kommenden zehn Jahren zur Ruhe setzen. Besorgniserregend sei die Entwicklung auch, weil der Bedarf an ärztlicher Versorgung wegen der alternden Gesamtbevölkerung in vielen Ländern steige.
Durch den Ärztemangel dürften sich Wartezeiten auf Termine verlängern und die schnelle Behandlung von Problemen verzögern, so die WHO.
Afrika und die östliche Mittelmeerregion seien vom Personalmangel besonders betroffen. In manchen Ländern in Afrika komme nur eine Ärztin/Arzt auf 26’000 Menschen, in Ländern mit hohen Einkommen sei das Verhältnis dagegen eins zu 150.
WHO fordert ethische Rekrutierung
Das Anwerben von Gesundheitspersonal aus anderen Ländern könne die Lage dort noch weiter verschärfen. Die WHO pocht auf «ethische Lösungen».
«Die internationale Personalrekrutierung darf die Gesundheitssysteme in Ländern mit akutem Personalmangel nicht untergraben», sagt Lisa Smyth, Sprecherin der WHO-Akademie in Lyon.



















