Zu wenig Nachwuchs: Der Schweiz gehen die Pflege-Fachkräfte aus
Der Pflege droht ein Engpass: Bis 2034 kann die Schweiz höchstens 55 Prozent ihres Nachwuchsbedarfs mit einheimisch ausgebildeten Pflegefachkräften decken.

Das Wichtigste in Kürze
- Bis 2034 droht der Schweiz ein grosser Mangel an Pflegefachkräften.
- Die Ausbildung in der Schweiz deckt nur 40 bis 55 Prozent des Nachwuchsbedarfs.
- Viele Pflegefachkräfte verlassen den Beruf – mit 40 Jahren arbeiten nur noch 47 Prozent in einer Gesundheitseinrichtung.
Die Schweiz wird bis 2034 mit einem sich verschärfenden Mangel an Pflegepersonal konfrontiert sein, insbesondere in der Krankenpflege.
Die Deckungsquote durch einheimischen Nachwuchs wird bei den Pflegefachkräften nicht über 55 Prozent liegen. Dies geht aus dem am Dienstag veröffentlichten vierten Bericht des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums (Obsan) hervor.
Prognosen zufolge deckt die Ausbildung in der Schweiz zwischen 2024 und 2034 rund 40 bis 55 Prozent des Nachwuchsbedarfs. Dies gilt für die Tertiärstufe im Bereich Pflege.

Diese Situation lässt sich durch zwei Hauptfaktoren erklären. Einerseits müssen die Gesundheitseinrichtungen fast ein Drittel ihres Personals ersetzen, das bis 2034 aus dem Sektor ausgeschieden sein wird. Andererseits wird die Alterung der Bevölkerung zu einem Anstieg des Bedarfs an zusätzlichem Personal führen.
Der Bericht beleuchtet zudem den vorzeitigen Ausstieg aus dem Beruf. 75 Prozent der Pflegeabsolventen arbeiten direkt nach der Ausbildung in einer Gesundheitseinrichtung. Im Alter von 40 Jahren sind es noch 47 Prozent.
Braucht bessere Arbeitsbedingungen
Im Bericht heisst es: «Ein Teil der künftigen Absolventen wird den Beruf verlassen oder ausserhalb einer Gesundheitseinrichtung tätig sein.»
In einer Stellungnahme schreibt der Schweizer Pflegeverband (ASI), dass es gelingen muss, diplomierte Pflegekräfte im Beruf zu halten. Dazu brauche es überall bessere Arbeitsbedingungen.
Die Umsetzung der zweiten Etappe der Pflegeinitiative biete den politischen Entscheidungsträgern eine einmalige Gelegenheit, den Personalmangel wirksam zu bekämpfen. Und die Rahmenbedingungen gezielt zu verbessern.
Auch die Gewerkschaft des öffentlichen Dienstes (SSP) sprach von einer besorgniserregenden Entwicklung: Sie fordert einen Kurswechsel, um ausreichend Personal sowie akzeptable Arbeitsbedingungen zu gewährleisten.








