Wenig Meereis: «Polarstern» erreicht Nordpol schneller als gedacht

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    Antarktis,

    Das Forschungsschiff «Polarstern» hat den Nordpol deutlich schneller als erwartet erreicht. Dies ist auf die verschwindend kleine Eisfläche zurückzuführen.

    Polarstern Eisscholle
    Die «Polarstern» in der Polarnacht an der Eisscholle. (Archivbild) - Alfred Wegener Institut/AFP/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Eisfläche in der Arktis ist für diese Zeit so gering wie nie seit Messbeginn.
    • Das Forschungsschiff «Polarstern» erreichte den Nordpol darum deutlich früher als gedacht.

    Das Forschungsschiff «Polarstern» hat auf dem letzten Fahrtabschnitt seiner Arktis-Expedition «Mosaic» den nördlichsten Punkt der Erde erreicht. «Es war ein unglaublich schneller Ritt», sagte Expeditionsleiter Markus Rex der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. 

    «Wir hatten einen breiten Bereich mit geringer Eiskonzentration und dünnem Eis.» Gestartet war die «Polarstern» auf der Nordseite Grönlands. Normalerweise sei das Seegebiet dort so dicht bedeckt mit teilweise mehrjährigem Meereis, dass eine Fahrt dort nicht empfehlenswert sei, betonte Rex. 

    Meereisausdehnung mit neuem Negativ-Rekord

    Weiter stellt er fest: «Es ist erschreckend zu sehen, wie dünn das Meereis ist und wie schnell es schmilzt. Es muss dringend etwas passieren. Die Arktis kann nicht lange warten.» 

    Die arktische Meereisausdehnung sei so gering, wie es seit Beginn der Satellitenmessungen für den Monat Juli noch nie beobachtet wurde. Dies teilte das Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut (AWI) im Juli.

    Polarstern Forschungsschiff
    Das Forschungsschiff Polarstern liegt eingefroren im Eis der Zentralarktis. (Archivbild) - DPA

    Das arktische Eis erreicht gewöhnlich im März seine grösste und im September seine geringste Ausdehnung. Im September 2012 war mit 3,4 Millionen Quadratkilometern die bislang kleinste Eisfläche seit 1979 beobachtet worden. Im September 2019 die zweitgeringste Ausdehnung. Ob die Negativ-Rekorde in diesem Jahr noch einmal getoppt werden, werde sich im September zeigen, so Rex. 

    «Polarstern» geht weiter in Richtung Sibirien

    Die «Polarstern» ist seit elf Monaten in der Arktis unterwegs. Zunächst driftete sie mit einer riesigen Scholle mit, Ende Juli zerbrach diese. Seitdem fährt der Eisbrecher unter Motor wieder Richtung Norden. 

    «Wir werden über den Nordpol hinaus Richtung Sibirien fahren, um uns eine neue Eisscholle zu suchen», sagte Rex. Dort wollen die Wissenschaftler den beginnenden Gefrierprozess beobachten. Es ist das letzte Puzzlestück, das den Forschern in der Beobachtung des Jahreszyklus des Eises in der Arktis fehlt. 

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