Wegen Banden: Thailand weist fast 30'000 Touristen an der Grenze ab
Thailand geht gegen Callcenter-Banden und Visa-Missbrauch vor. Seit Anfang Jahr wurden deshalb fast 30'000 Ausländer abgewiesen.

Das Wichtigste in Kürze
- Thailand hat 2026 bereits 29'490 Ausländer zurückgewiesen.
- Die Behörden gehen gegen Callcenter-Banden und Visa-Missbrauch vor.
- Mehr als 14'000 Ausländer wurden wegen Verstössen verhaftet.
- Auf der Schwarzen Liste stehen derzeit 169'506 Personen.
Thailand zieht bei der Einreise die Schrauben an. Seit Anfang Jahr wurden fast 30'000 Ausländer an der Grenze abgewiesen.
Der Grund: Die Behörden wollen härter gegen Callcenter-Banden, Visa-Missbrauch und internationale Kriminalität vorgehen.

Der härtere Kurs zeigt sich auch bei den Visa-Regeln. Thailand hatte die visumsfreie Einreise zuletzt auf 60 Tage ausgeweitet. Nun will die Regierung wieder auf 30 Tage zurück.
Gleichzeitig kontrolliert die Einwanderungsbehörde deutlich schärfer. Wer verdächtig wirkt oder das System ausnutzen will, kann direkt an der Grenze abgewiesen werden.
Callcenter-Banden im Fokus: Sie reisen als Touris ein
Die Massnahmen richten sich laut Mitteilung gegen Personen, die als Touristen einreisen, aber illegal arbeiten oder kriminellen Netzwerken angehören sollen.
Besonders im Fokus stehen mutmassliche Scam- und Callcenter-Banden. Solche Gruppen sollen ihre Aktivitäten aus Nachbarländern nach Thailand verlagert haben.
Thailand prüft schon vor dem Abflug
Eine zentrale Rolle spielt dabei das «Advance Passenger Processing System». Dieses prüft Passagierdaten bereits vor dem Abflug.
Die Daten werden mit nationalen und internationalen Fahndungslisten abgeglichen. Derzeit stehen laut Behörde 169'506 Personen auf der thailändischen Schwarzen Liste.
Darunter befinden sich frühere Straftäter in Thailand sowie Personen mit internationalen Haftbefehlen. Wer auf der Liste steht, soll bereits am Abflughafen nicht mehr ins Flugzeug dürfen.
An Landgrenzen werden solche Personen direkt zurückgewiesen.
Auch Visa werden entzogen
Thailand geht nicht nur an der Grenze strenger vor. Ausländer, die bereits im Land sind, werden ebenfalls stärker kontrolliert.
Von Januar bis Mai 2026 wurden 668 Personen die Aufenthaltsbewilligung entzogen. Sie wurden aus Thailand ausgewiesen.
Besonders geprüft werden laut Behörde auch Personen mit Studentenvisa, die gar nicht wirklich studieren.
Touristen müssen mit Fragen rechnen
Für normale Feriengäste bleibt Thailand weiterhin offen. Die verschärften Kontrollen können bei der Einreise aber spürbar sein.
Wer kein Rückflugticket, keinen klaren Reiseplan oder nicht genügend Geldmittel vorweisen kann, muss mit zusätzlichen Fragen rechnen.
Auch sogenannte Visa Runner stehen im Fokus. Damit sind Personen gemeint, die Thailand regelmässig kurz verlassen und danach wieder einreisen, um dauerhaft im Land zu bleiben.
Hinweise auf systematisch abgewiesene Schweizerinnen und Schweizer gibt es derzeit nicht.














