Was macht eigentlich Jacinda Ardern?
Neuseeland wählt ein neues Parlament – und Jacinda Ardern (46) schaut aus Australien zu. Die Ex-Premierministerin ist seit Oktober Professorin in Sydney.

In Neuseeland wird ein neues Parlament gewählt – und eine der bekanntesten Persönlichkeiten des Landes verfolgt die Entwicklung inzwischen von der anderen Seite der Tasmansee: Jacinda Ardern (46), die das Land von 2017 bis 2023 regierte, lebt mittlerweile in Australien und hat dort vor kurzem eine neue berufliche Heimat gefunden: an der Universität Sydney.
Als Regierungschefin führte sie Neuseeland durch eine Pandemie, wurde nach dem verheerenden Terroranschlag von Christchurch weltweit für ihren empathischen Umgang mit den Opfern bewundert und galt lange als Hoffnungsträgerin einer anderen politischen Kultur. Drei Jahre nach ihrem überraschenden Rücktritt Anfang 2023 ist ihr Terminkalender auch weiter gut gefüllt.
Schon kurz nach ihrem Abschied aus der Politik hatte es sie ins Ausland gezogen: Im Herbst 2023 übernahm sie zwei Gaststipendien an der renommierten Harvard University in den USA. Dort beschäftigte sie sich unter anderem mit Fragen politischer Führung, digitaler Verantwortung und dem Umgang mit extremistischen Inhalten im Internet.
2025 meldete sie sich als Autorin zurück: Unter dem Titel «A Different Kind of Power» veröffentlichte sie ihre Memoiren, die auch auf Deutsch erschienen sind. Darin blickt sie auf ihren ungewöhnlichen politischen Aufstieg, die grossen Krisen ihrer Amtszeit und ihre Entscheidung zurück, mit nur 42 Jahren aufzuhören.
Auch in einem Dokumentarfilm mit dem schlichten Titel «Prime Minister», der 2025 beim Sundance Film Festival Premiere feierte, gewährte sie persönliche Einblicke in ihr Leben zwischen Staatsgeschäften, Mutterschaft und wachsendem öffentlichem Druck.
Inzwischen hat Ardern mit ihrem Mann Clarke Gayford und Tochter Neve ihren Lebensmittelpunkt nach Australien verlegt. Seit Oktober 2026 ist sie Professorin für politische Praxis an der University of Sydney. In der Position will sie mit Studierenden und Forschern über empathische Führung, gesellschaftlichen Zusammenhalt, Vertrauen in die Politik und globale Gesundheitsfragen diskutieren.
Daneben engagiert sich Ardern weiterhin für den Klimaschutz, ist Mitglied des Kuratoriums von Prinz Williams Earthshot Prize und hat 2024 ein eigenes Förderprogramm für Führungspersönlichkeiten gegründet.














