Sanaa

    Waffenruhe im Jemen scheint ohne Verlängerung auszulaufen

    Keystone-SDA
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    Jemen,

    Ein halbes Jahr nach Beginn einer Waffenruhe im Jemen und einem deutlichen Rückgang der Gewalt droht die Vereinbarung auszulaufen. Die Waffenruhe, die seit April bereits zweimal verlängert wurde, sollte am Sonntagabend enden. Bis kurz vor deren Ende gab es keine Anzeichen, dass die Vereinten Nationen mit ihren Bemühungen um eine erneute Verlängerung Erfolg haben würden. Die Verlängerung im August war aber in letzter Minute gekommen.

    Jemenitischer Regierungssoldat in der Hafenstadt Hodeida
    Jemenitischer Regierungssoldat in der Hafenstadt Hodeida - AFP/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Huthi-Rebellen lehnten Vorschläge über eine Verlängerung am Sonntag ab, weil diese «keinen Friedensprozess» einleite.

    Der Oberste Rat der Huthis teilte nach einem Treffen in der Hauptstadt Sanaa mit, dass der Vorschlag den Forderungen der Aufständischen nicht gerecht werde. «Das jemenitische Volk wird sich nicht von falschen Versprechen täuschen lassen», teilte der Rat mit.

    Saudi-Arabien kämpft seit 2015 im Jemen an Seite der Regierung gegen die Huthi-Rebellen, die weite Teile des Nordens beherrschen. Riad betrachtet sie als verlängerten Arm seines Erzfeinds Iran. Die Waffenruhe war Anfang April für zunächst zwei Monate in Kraft getreten und im Juni sowie im August verlängert worden. Zuvor hatte es seit 2016 keine Feuerpause mehr gegeben.

    Die jemenitische Regierung teilte am Samstag mit, sie habe einen Vorschlag für eine Verlängerung vom UN-Sonderbeauftragten Hans Grundberg erhalten und werde diesen «positiv behandeln». Den Rebellen warf die Regierung zugleich vor, ihre Verpflichtungen im Rahmen der Waffenruhe nicht eingehalten zu haben.

    UN-Generalsekretär António Guterres hatte die Konfliktparteien am Freitag aufgerufen, diese Gelegenheit für eine Verlängerung unbedingt zu nutzen. Die Waffenruhe habe zur «längsten Phase relativer Ruhe seit Kriegsbeginn» geführt. Unter den greifbaren Erfolgen für die notleidende Bevölkerung seien ein deutlicher Rückgang der Gewalt und landesweit weniger zivile Opfer gewesen.

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