Berichte: Explosionen in Jemens Hauptstadt Sanaa
In der jemenitischen Hauptstadt Sanaa sind laut Augenzeugen schwere Explosionen zu hören. Huthi-nahe Medien sprechen von saudischen Luftangriffen.

Im Jemen ist es erneut zu Kampfhandlungen gekommen. Nach Angaben von Augenzeugen waren in der Hauptstadt Sanaa mehrere schwere Explosionen zu hören. In der Folge seien Rauchsäulen in der Nähe des Präsidentenpalasts zu sehen gewesen, hiess es weiter. Der Huthi-nahe Sender Al-Masirah berichtete von Angriffen Saudi-Arabiens auf Sanaa sowie auf die Provinzen Saada, Tais und Amran. Details zu den Zielen der Angriffe oder zu möglichen Schäden nannte der Sender nicht.
Davor hatte die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition, die im Jemen an der Seite der offiziellen Regierung gegen die Huthi-Miliz kämpft, erklärt, man habe zwei ballistische Raketen und vier Drohnen der Huthi über den Städten Chamis Muschait und Dschasan im südlichen Saudi-Arabien abgefangen. In der Nacht wurde demnach eine weitere ballistische Rakete in Richtung Chamis Muschait abgewehrt.
Auf der Plattform X schrieb der Sprecher der Militärkoalition, Turki al-Maliki, man setze die Massnahmen zur Abschreckung der Huthi-Miliz fort.
Davor hatte al-Maliki auf X in einer Mitteilung den Huthi auch einen Angriff auf eine Stromverteilerstation in Medina in Saudi-Arabien vorgeworfen. In der Stadt befindet sich die Prophetenmoschee, die als zweitheiligste Stätte des Islam gilt. Die Huthi wiesen den Vorwurf zurück. Eine Militärquelle bezeichnete ihn laut der von den Rebellen kontrollierten Nachrichtenagentur Saba als haltlos und als eine «grobe Erfindung». Die Angaben beider Seiten konnten zunächst nicht überprüft werden.
Die Huthi-Miliz beschiesst im Zuge der Eskalation des Jemen-Kriegs wieder verstärkt Ziele im benachbarten Saudi-Arabien. Das sunnitische Königreich ist mit der international anerkannten Regierung im Jemen verbündet und bombardiert immer wieder Ziele der schiitischen Miliz. Zuletzt setzten Huthi-Angriffe auf Ölanlagen und eine wichtige saudische Pipeline die Regierung in Riad zunehmend unter Druck. Zudem wollen die Huthi die Durchfahrt saudischer Öltanker durch die Meerenge Bab al-Mandab verhindern, um dem ölreichen Königreich Exporte nach Asien zu erschweren.










